Queersicht zeigt in Bern Filme über queere Lebenswelten, die im regulären Kinoprogramm häufig wenig Platz finden. Das Festival verbindet unterschiedliche Genres, Erzählweisen und Perspektiven: Neben Langfilmen gehören Kurzfilmprogramme, Gespräche und Begegnungen außerhalb des Kinosaals dazu. Die 30. Ausgabe findet vom 5. bis 11. November 2026 statt. Träger ist der Verein Queersicht, dessen Organisationskomitee ehrenamtlich arbeitet.

Queeres Kino an mehreren Orten

Die Filmwoche verteilt sich auf Berner Kinos wie REX, Lichtspiel, Cinématte, Kellerkino, Cine ABC und Kino in der Reitschule. Das Programm richtet sich an ein Publikum, das queeres Filmschaffen in seiner thematischen und ästhetischen Vielfalt kennenlernen möchte. Eine Festival-Lounge und die Party ergänzen die Vorstellungen. Die unterschiedlichen Orte gehören zu einer gemeinsamen Ausgabe; für den Besuch ist daher der Spielort der jeweiligen Vorstellung entscheidend.

Nach der Berner Festivalwoche setzt das Filmpodium Biel/Bienne die Zusammenarbeit mit Queersicht fort. Vom 12. November bis 22. Dezember 2026 zeigt die dortige Reihe „Queer Cinema“ mehrere Filme aus dem Programm. Diese Nachspielreihe hat eigene Vorstellungstermine und ist vom Berner Hauptfestival zu unterscheiden.

Filmauswahl und Rosa Brille

Für 2026 konnten Langfilme und Kurzfilme bis zum 31. Mai eingereicht werden. Voraussetzung war ein queerer beziehungsweise LGBTIAQ+-Kontext. Die Einreichung war gebührenfrei und verlangte ein Formular sowie einen Sichtungslink. Über die Aufnahme entschied die Festivalorganisation; ausgewählte Teams sollten ungefähr Mitte August benachrichtigt werden.

Beim Kurzfilmwettbewerb „Rosa Brille“ vergibt das Publikum den Hauptpreis von 2.000 Schweizer Franken. Für den zweitplatzierten Film sind 500 Franken vorgesehen. Die Abstimmung macht den Wettbewerb auch für Besucherinnen und Besucher zu einem aktiven Teil der Festivalwoche: Sie sehen die ausgewählten Arbeiten und bestimmen anschließend die Auszeichnungen mit.

Zugänglichkeit beim Kinobesuch

Queersicht beschreibt den Zugang für jede Spielstätte einzeln. REX und Lichtspiel bieten Rollstuhlzugang und Hörunterstützung. Das Kellerkino ist nicht rollstuhlgängig; seine Festivalfilme werden zusätzlich an zugänglichen Orten gezeigt. Im Cine ABC ist ein Rollstuhlplatz in der vordersten Reihe möglich, eine entsprechend zugängliche Toilette fehlt jedoch. Begleitpersonen können nach vorheriger Anmeldung kostenlos teilnehmen. Diese Unterschiede lassen sich bei der Auswahl einer Vorstellung gezielt berücksichtigen.