Die Jüdischen Filmtage von Cinema Paradiso zeigen internationales Kino über jüdisches Leben, Geschichte und Gegenwart. Die Programme in St. Pölten und Baden verbinden neue Filme mit Klassikern und Gesprächen. Ein wiederkehrender Bezugspunkt ist die Erinnerung an die Novemberpogrome von 1938. 2026 finden die beiden örtlichen Reihen im November statt; in St. Pölten reichen die Vorführungen bis in den Dezember.

Erinnerung und gegenwärtiges jüdisches Leben

Der Schwerpunkt umfasst dokumentarische und fiktionale Arbeiten. In St. Pölten ist unter anderem „Leben und Überleben“ vorgesehen: Regisseur Matthias Jaklitsch begleitet darin den Holocaustüberlebenden Erich Finsches. Für die Vorstellung am 19. November 2026 sind beide zu einem Filmgespräch angekündigt. Der Abend verbindet die Betrachtung des Films mit einer persönlichen Begegnung.

Andere Arbeiten richten den Blick auf jüdische Identität in unterschiedlichen Lebenswelten. „Sabbath Queen“ folgt dem Weg von Amichai Lau-Lavie zwischen religiöser Tradition und queerer Selbstbestimmung. „Rabbi Capoeira“ von Barak Heymann führt in die israelische Stadt Bnei Brak und verbindet die Begegnung mit brasilianischer Kampfkunst mit Fragen des religiösen Alltags.

Ein Klassiker und neue dokumentarische Perspektiven

Mit Ernst Lubitschs „To Be or not to Be“ steht auch ein Filmklassiker auf dem Programm. Seine Geschichte einer Theatertruppe im besetzten Warschau eröffnet einen anderen Zugang als die dokumentarischen Arbeiten der Reihe. In „Coexistence, my Ass!“ begleitet Amber Fares die Komikerin und Aktivistin Noam Shuster Eliassi. Satire und politische Wirklichkeit treffen darin aufeinander.

Diese Beispiele zeigen die Spannweite des Schwerpunkts: Erinnerung an Verfolgung steht neben Fragen des Zusammenlebens, künstlerischer Arbeit und persönlicher Zugehörigkeit. Die Filmgespräche gehören zu bestimmten Vorstellungen. Sie sind deshalb jeweils im örtlichen Programm ausgewiesen.

Zwei Programme in Niederösterreich

In St. Pölten sind 2026 insgesamt 15 Vorführungen vom 4. November bis zum 8. Dezember angekündigt. Spielort ist Cinema Paradiso am Rathausplatz 14. Baden bietet neun Vorstellungen vom 8. bis zum 29. November im Kino in der Beethovengasse 2a. Beide Standorte haben eigene Spieltage und Beginnzeiten.

Die Programme für St. Pölten und Baden führen direkt zu den einzelnen Vorführungen sowie zum Ticketkauf und zur Reservierung. Bei mehreren Terminen desselben Films lässt sich so der passende Ort und Abend auswählen.