Begriff
Teichoskopie (Mauerschau)
Teichoskopie, auch Mauerschau genannt, ist die sprachliche Vermittlung eines Ereignisses, das gleichzeitig mit der Bühnenhandlung stattfindet. Eine Figur beobachtet einen Vorgang außerhalb des für das Publikum sichtbaren Spielraums und schildert ihn den anderen. Der Name bedeutet nicht, dass tatsächlich eine Mauer auf der Bühne stehen muss.
In einem fiktiven Beispiel blickt eine Figur aus einem Fenster und beschreibt, wie auf dem Platz eine Menschenmenge ein Tor aufdrückt. Das Publikum sieht den Vorgang selbst nicht, hört aber die laufende Schilderung und erlebt die Reaktionen der anwesenden Figuren. So wird ein größerer Handlungsraum vermittelt, ohne das gesamte Ereignis unmittelbar darzustellen.
Der zeitliche Bezug unterscheidet die Mauerschau vom Botenbericht über abgeschlossene Geschehnisse. Fragen oder Zwischenbemerkungen anderer Figuren können die Schilderung begleiten. Die Teichoskopie bleibt dabei Teil der dargestellten Situation; sie ist weder eine gewöhnliche Beschreibung im Nebentext noch automatisch eine Ansprache des Publikums.

