Begriff
Rollenfach
Ein Rollenfach umfasst eine Gruppe ähnlicher Rollen, für deren Darstellung bestimmte Schauspielende eingesetzt werden. Die Zuordnung kann sich auf Figurentyp, Alter, Erscheinung oder darstellerische Möglichkeiten beziehen. Besonders im historischen Theaterbetrieb diente das Rollenfachsystem dazu, Aufgaben innerhalb eines Ensembles zu verteilen.
Bezeichnungen wie erster Liebhaber oder komischer Alter verbanden wiederkehrende Figurenmerkmale mit Erwartungen an die Darstellung. Gemeint war eine Gruppe von Rollen über mehrere Stücke hinweg, nicht die vollständige Persönlichkeit einer einzelnen Figur. Die Fächer und ihre Grenzen veränderten sich mit Theaterpraxis und Repertoire; es gab kein für sämtliche Zeiten identisches System.
Typecasting bezeichnet dagegen die wiederholte Besetzung einer bestimmten Person in ähnlichen Rollen. Beide Begriffe können sich im Gebrauch berühren, beschreiben aber unterschiedliche Zusammenhänge. Ein Rollenfach ist außerdem keine unveränderliche Aussage darüber, welche Figuren eine reale Person überhaupt spielen kann. Die Beziehungen der Figuren innerhalb eines einzelnen Werks gehören zur Figurenkonstellation.

