Begriff
Guckkastenbühne
Eine Guckkastenbühne ist eine Bühnenform, bei der das Publikum den Spielraum von vorn durch eine gerahmte Bühnenöffnung betrachtet. Der Bühnenraum ist seitlich und nach hinten begrenzt und kann durch einen Vorhang vom Zuschauerraum getrennt werden. Die Öffnung lässt das Geschehen wie einen gerahmten Ausschnitt erscheinen.
Das Bühnenbild kann innerhalb dieses Raums wechseln: Eine Inszenierung zeigt etwa ein ausgestattetes Zimmer, eine andere nur eine freie Spielfläche. Die Bezeichnung Guckkastenbühne legt daher weder realistische Dekoration noch einen bestimmten Theatertext fest. Im englischen Sprachgebrauch ist die verwandte Bezeichnung Proscenium Stage üblich.
Die vierte Wand ist dagegen eine gedachte Grenze im Spiel, keine bauliche Bühnenöffnung. Darstellende können das Publikum auch auf einer Guckkastenbühne direkt ansprechen. In flexiblen Studioräumen wie einem Blackbox-Theater lassen sich Spielfläche und Zuschauerplätze häufig anders anordnen; dort ist eine feste gerahmte Öffnung nicht notwendig.

