Begriff

Fallhöhe (Dramentheorie)

Fallhöhe bezeichnet in der historischen Dramentheorie den Abstand zwischen der hervorgehobenen Ausgangsstellung einer Figur und ihrem tragischen Untergang. Der Fall soll besonders schwer wiegen, wenn eine Figur gesellschaftlich hochgestellt ist oder als moralisch bedeutend erscheint.

Die Vorstellung ist mit älteren Tragödienmodellen und der Ständeklausel verbunden. Diese ordnete bestimmte Gattungen und Figurenstände einander zu, insbesondere die Tragödie den hochgestellten Personen. Das ist eine historische Konvention, keine heutige Voraussetzung für tragisches Erzählen oder die Besetzung einer Rolle.

Der Status im Schauspiel bezeichnet dagegen das Verhältnis von Einfluss und Unterordnung in einer Begegnung. Eine gesellschaftlich mächtige Figur kann in einer Szene unsicher auftreten. Fallhöhe fragt hier nach der Ausgangsstellung im tragischen Verlauf, nicht nach einer einzelnen Körperhaltung oder dem beruflichen Rang der darstellenden Person.

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