Begriff

Achssprung

Ein Achssprung, auch Achsensprung genannt, ist beim Film der Wechsel auf die andere Seite einer gedachten Handlungsachse zwischen aufeinander bezogenen Einstellungen. Bei einem Gespräch kann diese Achse als Verbindungslinie zwischen den beiden Figuren verstanden werden. Der Wechsel kann ihre bisherige Links-Rechts-Orientierung im Bild umkehren.

Die sogenannte 180-Grad-Regel beschreibt das Beibehalten von Kamerastandpunkten auf einer Seite dieser Linie. So lassen sich Blick- und Bewegungsrichtungen über mehrere Aufnahmen hinweg räumlich zuordnen. Die Zahl bezeichnet die Seite beziehungsweise den Halbkreis möglicher Standpunkte; sie bedeutet nicht, dass für einen Achssprung immer eine Kameradrehung um genau 180 Grad nötig wäre.

Ein Achssprung kann die Orientierung erschweren oder bewusst eine veränderte Raumwirkung erzeugen. Eine nachvollziehbare Kamerabewegung oder eine neue räumliche Übersicht kann den Wechsel verständlich machen. Die Regel ist daher eine Konvention der Anschlusskontinuität, kein Verbot jeder anderen Gestaltung. Ein Jump Cut bezeichnet dagegen einen sichtbaren Sprung innerhalb ähnlicher Bilder durch die Montage; beide Begriffe sind nicht austauschbar.

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