Begriff
Leseprobe
Eine Leseprobe ist im Theater eine Probe, bei der das Stück oder ausgewählte Szenen mit verteilten Rollen gelesen werden. Im Mittelpunkt stehen zunächst Text, Figuren und der Zusammenhang des Geschehens. Die Beteiligten müssen dafür noch keine fertige räumliche Darstellung spielen oder sämtliche Worte auswendig beherrschen.
Beim gemeinsamen Lesen können Unklarheiten, Textänderungen und Beziehungen zwischen den Rollen besprochen werden. Eine Leseprobe findet häufig zu Beginn der gemeinsamen Arbeit statt, kann aber auch später auf eine neue Fassung oder einzelne Szenen bezogen sein. Sie bezeichnet einen Arbeitsrahmen innerhalb des Probenprozesses, keine für jede Produktion verbindliche erste Stufe.
Cold Reading beschreibt dagegen den Umgang mit unbekanntem oder nur kurz vorbereitetem Material. Eine Leseprobe ist deshalb nicht automatisch ein Cold Reading; der Text kann bereits bekannt sein. Im Verlagswesen bezeichnet Leseprobe außerdem einen veröffentlichten Textauszug, der einen Eindruck von einem Buch vermittelt. Diese Wortbedeutung meint keine Theaterprobe.

