(Ein anderer Teil des Waldes. Oberon fragt seinen Boten, was es Neues gibt.)
- Herr, meine Fürstin liebt ein Ungeheuer.
- Sie lag in Schlaf versunken auf dem Moos,
- In ihrer heil’gen Laube dunklem Schoß,
- Als eine Schar von lump’gen Handwerksleuten,
- Die mühsam kaum ihr täglich Brot erbeuten,
- Zusammenkömmt und hier ein Stück probiert,
- So sie auf Theseus’ Hochzeittag studiert.
- Der ungesalzenste von den Gesellen,
- Den Pyramus berufen vorzustellen,
- Tritt von der Bühn’ und wartet im Gesträuch;
- Ich nutze diesen Augenblick sogleich,
- Mit einem Eselskopf ihn zu begaben.
- Nicht lange drauf muss Thisbe Antwort haben;
- Mein Affe tritt heraus; kaum sehen ihn
- Die Freund’, als sie wie wilde Gänse fliehn,
- Wenn sie des Jägers leisen Tritt erlauschen;
- Wie graue Krähen, deren Schwarm mit Rauschen
- Und Krächzen auffliegt, wenn ein Schuss geschieht,
- Und wild am Himmel da- und dorthin zieht.
- Vor meinem Spuk rollt der sich auf der Erde,
- Der schreiet »Mord!« mit kläglicher Gebärde;
- Das Schrecken, das sie sinnlos machte, lieh
- Sinnlosen Dingen Waffen gegen sie.
- An Dorn und Busch bleibt Hut und Ärmel stecken;
- Sie fliehn hindurch, berupft an allen Ecken.
- In solcher Angst trieb ich sie weiter fort,
- Nur Schätzchen Pyramus verharret dort.
- Gleich musste nun Titania erwachen
- Und aus dem Langohr ihren Liebling machen.
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