(Im Ardenner Wald. Rosalinde, als junger Mann Ganymed verkleidet, hat mit ihrer Cousine Celia beobachtet, wie die Schäferin Phöbe ihren Verehrer Silvius abweist und verspottet.)
(Tritt vor.)
- Warum? ich bitt’ Euch? – Wer war Eure Mutter,
- Dass Ihr den Unglücksel’gen kränkt und höhnt,
- Und was nicht alles? Hättet Ihr mehr Schönheit
- (Wie ich doch wahrlich mehr an Euch nicht sehe,
- Als ohne Licht im Finstern geht zu Bett),
- Müsst Ihr deswegen stolz und fühllos sein?
- Was heißt das? Warum blickt Ihr so mich an?
- Ich seh’ nicht mehr an Euch, als die Natur
- Auf Kauf zu machen pflegt. So wahr ich lebe!
- Sie will auch meine Augen wohl betören?
- Nein, wirklich, stolze Dame! hofft das nicht!
- Nicht Euer Rabenhaar, kohlschwarze Brauen,
- Glaskugelaugen, noch die Milchrahmwange,
- Kann mich zu Euer Gnaden Sklaven machen. –
- O blöder Schäfer, warum folgt Ihr ihr
- Wie feuchter Süd, von Wind und Regen schwellend?
- Ihr seid ja tausendfach ein hübschrer Mann
- Als sie ein Weib. Dergleichen Toren füllen
- Die Welt mit eigensinn’gen Kindern an.
- Der Spiegel nicht, Ihr seid es, der ihr schmeichelt:
- Sie sieht in Euch sich hübscher abgespiegelt,
- Als ihre Züge sie erscheinen lassen.
- Doch, Fräulein, kennt Euch selbst, fallt auf die Knie,
- Dankt Gott mit Fasten für ’nen guten Mann;
- Denn als ein Freund muss ich ins Ohr Euch sagen:
- Verkauft Euch bald, Ihr seid nicht jedes Kauf.
- Liebt diesen Mann! Fleht ihm als Eurem Retter!
- Am hässlichsten ist Hässlichkeit am Spötter. –
- So nimm sie zu dir, Schäfer! Lebt denn wohl!
Lernmodus: Nur die Anfangsbuchstaben sind sichtbar. Tippe auf einen Vers oder Satz, um ihn aufzudecken.
Ende des Textes · Ganzes Stück lesen (öffnet neuen Tab)

