(Ein Zimmer im Schlosse. Der König und Laertes. Die Königin kommt.)
- Ein Leiden tritt dem andern auf die Fersen,
- So schleunig folgen sie.
- Laertes, eure Schwester ist ertrunken.
[…]
- Es neigt ein Weidenbaum sich übern Bach,
- Und zeigt im klaren Strom sein graues Laub,
- Mit welchem sie phantastisch Kränze wand
- Von Hahnfuß, Nesseln, Maßlieb, Kuckucksblumen.
- Dort, als sie aufklomm, um ihr Laubgewinde
- An den gesenkten Ästen aufzuhängen,
- Zerbrach ein falscher Zweig, und nieder fielen
- Die rankenden Trophäen und sie selbst
- Ins weinende Gewässer. Ihre Kleider
- Verbreiteten sich weit, und trugen sie
- Sirenengleich ein Weilchen noch empor,
- Indes sie Stellen alter Weisen sang,
- Als ob sie nicht die eigne Not begriffe,
- Wie ein Geschöpf, geboren und begabt
- Für dieses Element. Doch lange währt’ es nicht,
- Bis ihre Kleider, die sich schwer getrunken,
- Das arme Kind von ihren Melodien
- Hinunterzogen in den schlamm’gen Tod.
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