Caliban: „Die Insel ist voll Lärm“

Monolog · Renaissance & Shakespeare · Blankvers (Übersetzung Schlegel)

Caliban: Sei nicht in Angst! Die Insel ist voll Lärm

aus Der Sturm (1611) von William Shakespeare · III. Aufzug, 2. Szene

Originaltext · Der Sturm, William Shakespeare (1611)ungekürzt
Dauer
ca. 1 Mingeschätzt, 77 Wörter
Umfang
11 Verseungekürzt
Figur
männlich
Spielalter
ca. 18–55redaktionelle Einschätzung
Tonlage
beruhigendleise & nachdenklich
Sprache
Blankvers (Übersetzung Schlegel)behutsam modernisiert
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(Ein anderer Teil der Insel. Unsichtbare Musik ist zu hören; Stephano und Trinculo fürchten sich. Caliban beruhigt sie.)

  1. Sei nicht in Angst! Die Insel ist voll Lärm,
  2. Voll Tön’ und süßer Lieder, die ergötzen
  3. Und niemand Schaden tun. Mir klimpern manchmal
  4. Viel tausend helle Instrument’ ums Ohr,
  5. Und manchmal Stimmen, die mich, wenn ich auch
  6. Nach langem Schlaf erst eben aufgewacht,
  7. Zum Schlafen wieder bringen: dann im Traume
  8. War mir, als täten sich die Wolken auf
  9. Und zeigten Schätze, die auf mich herab
  10. Sich schütten wollten, dass ich beim Erwachen
  11. Aufs neu’ zu träumen heulte.

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Spielhinweise

  • Ausgerechnet die Figur, die alle als Ungeheuer bezeichnen, spricht die zartesten Verse des Stücks. Spiele keinen Gegensatz, sondern einen Menschen, der hier zu Hause ist.
  • Die Klänge sind konkret: Instrumente, Stimmen, Schlaf. Höre sie, während du sprichst.
  • Der Schluss („dass ich beim Erwachen aufs neu’ zu träumen heulte“) ist kindlich und traurig. Nicht sentimental werden; es ist eine Feststellung.
  • Ein kurzer Monolog im Blankvers, gut für Self-Tapes und als Kontrast im Repertoire.

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