(Venedig, eine Straße. Rodrigo, der in Desdemona verliebt ist, geht, um seine Güter zu Geld zu machen. Jago allein.)
- So muss mein Narr mir stets zum Seckel werden:
- Mein reifes Urteil würd’ ich ja entweihn,
- Vertändelt’ ich den Tag mit solchem Gimpel,
- Mir ohne Nutz und Spaß. – Den Mohren hass’ ich;
- Die Rede geht, er hab’ in meinem Bett
- Mein Amt verwaltet – möglich, dass es falsch:
- Doch ich, auf bloßen Argwohn in dem Fall,
- Will tun, als wär’s gewiss. Er hat mich gern:
- Um so viel besser wird mein Plan gedeihn.
- Der Cassio ist ein hübscher Mann – lasst sehn!
- Sein Amt erhaschen, mein Gelüste büßen, –
- Ein doppelt Schelmstück! Wie nur? Lasst mich sehn: –
- Nach ein’ger Zeit Othellos Ohr betören,
- Er sei mit seinem Weibe zu vertraut –
- Der Bursch ist wohlgebaut, von schmeid’ger Art,
- Recht für den Argwohn, recht den Frau’n gefährlich.
- Der Mohr nun hat ein grad’ und frei Gemüt,
- Das ehrlich jeden hält, scheint er nur so;
- Und lässt sich sänftlich an der Nase führen,
- Wie Esel tun.
- Ich hab’s, es ist erzeugt; aus Höll’ und Nacht
- Sei diese Untat an das Licht gebracht!
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