(London, eine Straße. Gloster allein.)
- Nun ward der Winter unsers Missvergnügens
- Glorreicher Sommer durch die Sonne Yorks;
- Die Wolken all, die unser Haus bedräut,
- Sind in des Weltmeers tiefem Schoß begraben.
- Nun zieren unsre Brauen Siegeskränze,
- Die schart’gen Waffen hängen als Trophä’n;
- Aus rauem Feldlärm wurden muntre Feste,
- Aus furchtbar’n Märschen holde Tanzmusiken.
- Der grimm’ge Krieg hat seine Stirn entrunzelt,
- Und statt zu reiten das geharn’schte Ross,
- Um droh’nder Gegner Seelen zu erschrecken,
- Hüpft er behend’ in einer Dame Zimmer
- Nach üppigem Gefallen einer Laute.
- Doch ich, zu Possenspielen nicht gemacht,
- Noch um zu buhlen mit verliebten Spiegeln;
- Ich, roh geprägt, entblößt von Liebesmajestät,
- Vor leicht sich dreh’nden Nymphen mich zu brüsten;
- Ich, um dies schöne Ebenmaß verkürzt,
- Von der Natur um Bildung falsch betrogen,
- Entstellt, verwahrlost, vor der Zeit gesandt
- In diese Welt des Atmens, halb kaum fertig
- Gemacht, und zwar so lahm und ungeziemend,
- Dass Hunde bellen, hink’ ich wo vorbei;
- Ich nun, in dieser schlaffen Friedenszeit,
- Weiß keine Lust, die Zeit mir zu vertreiben,
- Als meinen Schatten in der Sonne spähn
- Und meine eigne Missgestalt erörtern;
- Und darum, weil ich nicht als ein Verliebter
- Kann kürzen diese fein beredten Tage,
- Bin ich gewillt, ein Bösewicht zu werden
- Und feind den eitlen Freuden dieser Tage.
- Anschläge macht’ ich, schlimme Einleitungen,
- Durch trunkne Weissagungen, Schriften, Träume,
- Um meinen Bruder Clarence und den König
- In Todfeindschaft einander zu verhetzen.
- Und ist nur König Eduard treu und echt,
- Wie ich verschmitzt, falsch und verräterisch,
- So muss heut Clarence eng verhaftet werden
- Für eine Weissagung, die sagt, dass G
- Den Erben Eduards nach dem Leben steh’,
- Taucht unter, ihr Gedanken! Clarence kommt.
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