(Ein Zimmer in Polonius’ Hause. Laertes steht im Aufbruch nach Frankreich.)
- Noch hier, Laertes? Ei, ei! an Bord, an Bord,
- Der Wind sitzt in dem Nacken eures Segels,
- Und man verlangt euch. Hier, mein Segen mit dir –
(Indem er dem Laertes die Hand aufs Haupt legt.)
- Und diese Regeln präg’ in dein Gedächtnis:
- Gib den Gedanken, die du hegst, nicht Zunge,
- Noch einem ungebührlichen die Tat.
- Leutselig sei, doch keineswegs gemein.
- Dem Freund, der dein, und dessen Wahl erprobt,
- Mit ehrnen Haken klammr’ ihn an dein Herz.
- Doch härte deine Hand nicht durch Begrüßung
- Von jedem neugeheckten Bruder. Hüte dich
- In Händel zu geraten; bist du drin:
- Führ’ sie, dass sich dein Feind vor dir mag hüten.
- Dein Ohr leih jedem, wen’gen deine Stimme;
- Nimm Rat von allen, aber spar dein Urteil.
- Die Kleidung kostbar, wie’s dein Beutel kann,
- Doch nicht ins Grillenhafte; reich, nicht bunt:
- Denn es verkündigt oft die Tracht den Mann,
- Und die vom ersten Rang und Stand in Frankreich
- Sind drin von edelster und feinster Wahl.
- Kein Borger sei und auch Verleiher nicht;
- Sich und den Freund verliert das Darlehn oft,
- Und borgen stumpft der Wirtschaft Spitze ab.
- Dies über alles: sei dir selber treu,
- Und daraus folgt, so wie die Nacht dem Tage,
- Du kannst nicht falsch sein gegen irgend wen.
- Leb wohl! Mein Segen fördre dies an dir!
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