Ophelia: „O, welch ein edler Geist ist hier zerstört!“

Monolog · Renaissance & Shakespeare · Blankvers (Übersetzung Schlegel)

Ophelia: O, welch ein edler Geist ist hier zerstört!

aus Hamlet (1603) von William Shakespeare · III. Aufzug, 1. Szene

Originaltext · Hamlet, William Shakespeare (1603)ungekürzt
Dauer
ca. 1 Mingeschätzt, 83 Wörter
Umfang
12 Verseungekürzt
Figur
weiblich
Spielalter
ca. 16–28redaktionelle Einschätzung
Tonlage
erschütterternst & dramatisch
Sprache
Blankvers (Übersetzung Schlegel)behutsam modernisiert
PDF-Optionen

(Ein Saal im Schloss. Hamlet ist eben abgegangen.)

  1. O, welch ein edler Geist ist hier zerstört!
  2. Des Hofmanns Auge, des Gelehrten Zunge,
  3. Des Kriegers Arm, des Staates Blum’ und Hoffnung,
  4. Der Sitte Spiegel und der Bildung Muster,
  5. Das Merkziel der Betrachter: ganz, ganz hin!
  6. Und ich, der Fraun elendeste und ärmste,
  7. Die seiner Schwüre Honig sog, ich sehe
  8. Die edle, hochgebietende Vernunft
  9. Misstönend wie verstimmte Glocken jetzt;
  10. Dies hohe Bild, die Züge blüh’nder Jugend,
  11. Durch Schwärmerei zerrüttet: weh mir, wehe!
  12. Dass ich sah, was ich sah, und sehe, was ich sehe.

(Der König und Polonius treten wieder vor.)

Lernmodus: Nur die Anfangsbuchstaben sind sichtbar. Tippe auf einen Vers oder Satz, um ihn aufzudecken.

Ende des Textes · Ganzes Stück lesen (öffnet neuen Tab)

Spielhinweise

  • Der Monolog ist kurz, aber dicht: Er beginnt mit einem Porträt („Des Hofmanns Auge, des Gelehrten Zunge“) und endet bei ihr selbst. Lass den Wechsel vom Lob zur eigenen Not hörbar werden.
  • Schlegels Blankvers trägt. Die letzte Zeile ist länger und bricht aus dem Maß („Dass ich sah, was ich sah, und sehe, was ich sehe“).
  • Ophelia weiß, dass sie belauscht wird. Spiele, ob sie das in diesem Moment vergisst.
  • Als Vorsprechmonolog kurz, aber wirkungsvoll; gut kombinierbar mit der vorangehenden Szene „Geh in ein Kloster“.

Weitere Rollen aus diesem Stück

Vorsprech-Set

Als Kontrast dazu

Go to Top