(Petruchios Landhaus. Katharina ist nach der Hochzeit hungrig und erschöpft in ihr Zimmer gegangen; Petruchio kommt allein zurück.)
- So hab’ ich klugerweis’ mein Reich begonnen,
- Und hoffe, ferner glücklich zu regieren.
- Mein Falk ist nun geschärft und tüchtig hungrig,
- Und bis er zahm ist, kriegt er auch kein Futter:
- Sonst wird er nie auf meinen Wink gehorchen. –
- Noch kirr’ ich anders meinen wilden Sperber,
- So dass er kommt und kennt des Wächters Ruf:
- Wach bleibt er, wie den Habicht wir bewachen,
- Der schlägt und stößt und nicht gehorchen will.
- Heut aß sie nichts, und soll auch nichts bekommen,
- Schlief nicht die Nacht, und soll’s auch diese nicht:
- Wie bei dem Essen stell’ ich mich, als wär’
- Das Bett ganz unrecht und verkehrt gemacht:
- Dahin werf’ ich den Pfühl, dorthin das Kissen,
- Die Deck’ auf jene Seit’, auf die das Laken;
- Ja, bei dem Wirrwarr schwör’ ich noch, ich tu’
- Das alles nur aus zarter Sorg’ um sie.
- Kurz, sie soll wachen diese ganze Nacht;
- Nickt sie nur etwas ein, so zank’ und tob’ ich,
- Um durch mein Schrei’n den Schlaf ihr zu verscheuchen.
- Dies ist die Art, durch Lieb’ ein Weib zu töten;
- So beug’ ich ihren harten, störr’gen Sinn.
- Wer Widerspenst’ge besser weiß zu zähmen,
- Mag christlich mir’s zu sagen sich bequemen.
(Ab.)
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