(Ein Schreibtisch in der Nacht. Ein aufgeklappter Laptop, ein Stapel Papiere, eine Tasse kalter Kaffee. Lenni, dreißig, im Kapuzenpullover, sitzt davor und starrt auf den Bildschirm.)
- Es ist halb zwölf, die Frist läuft ab,
- ich sitz am Laptop, müde, schlapp.
- Vor mir die Maske, grau und kühl:
- Elster. Mein Gegner. Ohne Gefühl.
- Anlage N, wir kennen uns schon,
- du willst mein Gehalt und du willst meinen Lohn.
- Du fragst nach Zeile vierundvierzig,
- ich frag zurück: Ist das jetzt witzig?
- Die Fahrten zur Arbeit, ich zähle die Tage,
- das ist für mich die Existenzfrage.
- Zweihundertacht Mal hin und zurück,
- mit Regen, mit Stau und mit null Glück.
- Und Homeoffice, das war so schön,
- da musste ich ja nirgends hingehn.
- Doch jetzt will Elster alles wissen:
- Wie oft saß ich zu Haus auf meinem Kissen?
- Die Quittung vom Bürostuhl? Weg.
- Die liegt im Altpapier im Dreck.
- Der Laptop zählt? Mit wie viel Prozent?
- Ich glaub, er zählt, solang er nicht brennt.
- Jetzt ist es fünf vor zwölf, ich schwitz,
- ich klick auf Senden wie der Blitz.
(Lenni klickt. Stille. Ein leises Signal ertönt.)
- Eingangsbestätigung. Hurra.
- Ich bin ein freier Mensch. Na ja.
- Und nächstes Jahr, das schwör ich dir,
- mach ich das früher. Im Februar. Hier.
(Pause. Lenni klappt den Laptop zu.)
- Na gut. Im Juli. Kurz vorm Schluss.
- Weil Lenni immer so sein muss.
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Ende des Textes

