(Gemach in Blaubart’s Burg.)
Jetzt schlagt’s grad zwölf Uhr und noch is er von der Bärenjagd nicht z’Haus kommen. Da jagt wohl Ein Bär den Andern! Nein, wenn ich das voraus gewusst hätt’; in diesen Dienst wär ich nicht um eine Million getreten. Das ist ja ein furchtbarer Kerl, mein Herr, der Blaubart! Wer’s bei dem aushalten könnt, der müsst ein’n ordentlichen Magen haben. Ein Wütrich ist er, wie die ganze Ritterschaft des Mittelalters nicht aufzuweisen hat. Was tut er gestern wieder? Mein Kolleg, der Knappe Kuno soll ihm seinen Abendtrunk bringen, stolpert im Hereingeh’n, schlagt das chinesische Porzellangeschirr zusamm’, überstaucht sich den linken Fuß und fallt auf d’ Nasen hin! Potz tausend Schlipperement! der Blaubart wird ganz wütig, nimmt sein Spadix von der Wand und sticht den armen Kuno durch und durch als wie ein Rebhühnl am Bratspieß und schreit: werft den Kerl in den Burggraben! Nachher ruft er mich herein, gibt mir gleich eine G’waltsohrfeigen und befiehlt mir, ihm seinen Nachttrunk zu bringen, damit er sein’ Ärger vertrinken kann. Da hat er zwölf Maß Bier g’soffen und ist ins Bett gangen, als wenn gar Nix g’scheh’n wär! (Jagdhörner ertönen) Hopsa — da is er schon! Jetzt heißt’s aufpassen! Was wird er heut wieder für saubere Kameraden mitbringen? Das ist immer a hübsche G’sellschaft beinand.
(Tritte und Lärm draußen. Blaubart und Bluteck treten ein.)
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