(Ein vornehmes Zimmer im Haus der Meister Hobelmann und Leim in Wien. Peppi ist gegangen; Knieriem allein.)
Die glaubt nicht an den Kometen, die wird Augen machen. — Ich hab’ die Sach’ schon lang’ heraus. Das Astralfeuer des Sonnenzirkels ist in der goldnen Zahl des Urions von dem Sternbild des Planetensystems in das Universum der Paralaxe, mittelst des Fixstern-Quadranten, in die Elipse der Ecliptik geraten; folglich muss durch die Diagonale der Approximation der perpendikulären Zirkeln, der nächste Komet die Welt zusammstoßen. Diese Berechnung ist so klar wie Schuhwix. Freilich hat nicht Jeder die Wissenschaft so im klein Finger als wie ich; aber auch der minder Gebildete kann alle Tag Sachen genug bemerken, welche deutlich beweisen, dass die Welt nicht lang mehr steht. Kurzum, oben und unten sieht man, es geht rein auf’n Untergang los.
(Lied.)
- Es is kein Ordnung mehr jetzt in die Stern,
- D’Kometen müssten sonst verboten wer’n:
- Ein Komet reis’t ohne Unterlass
- Um am Firmament, und hat kein Pass,
- Und jetzt richt a so a Vagabund
- Uns die Welt bei Butz und Stingel z’Grund;
- Aber lass’n ma das wie’s oben steht,
- Auch unt sieht man, dass’s auf’n Ruin los geht.
- Abends traut man ins zehnte G’wölb sich nicht hinein
- Vor Glanz, denn sie richten’s wie d’Fee’ntempel ein;
- Der Zauberer Luxus schaut blendend hervor,
- Die böse Fee Crida sperrt nacher ’s G’wölb zur.
- Da wird einem halt angst und bang,
- Die Welt steht auf kein Fall mehr lang.
- Am Himmel is die Sonn jetzt voll Kapriz,
- Mitten in die Hundstag gibt’s kein Hitz;
- Und der Mond geht auf so rot auf Ehr’,
- Nicht anderster, als wann er b’soffen wär.
- Die Millichstraßen die verliert ihr’n Glanz,
- Die Milliweiber ob’n verpantschens ganz;
- Aber lass’n ma das, herunt geht’s z’bunt,
- Herunt schon sieht man’s klar, die Welt geht z’Grund.
- Welche hätt’ so ein g’schecketen Wickler einst mög’n,
- A Harlekin is ja g’rad nur a Spitzbub dageg’n;
- Im Sommer trag’ns Stiefeln, àjour-Strümpf im Schnee,
- Und statt Haub’n hab’ns gar Backenbärt von tull anglais.
- Da wird einem halt angst und bang,
- I sag’ d’Welt steht auf kein Fall mehr lang.
- Der Mondschein, da mög’ns einmal sag’n was woll’n,
- Ich find’ er is auf einer Seiten g’schwoll’n.
- Die Stern wer’n sich verkühl’n, ich sag’s voraus,
- Sie setzen sich zu stark der Nachtluft aus.
- Der Sonn’ ihr G’sundheit is jetzt a schon weg,
- Durch’n Tubus sieht man’s klar, sie hat die Fleck;
- Aber lass’n das was oben g’schiecht,
- Herunt schon sieht man, ’s tuts in d’Länge nicht.
- Sie hab’n Zeitungen jetzt, da das Pfennig-Magazin,
- Da is um ein Pfennig all’s Mögliche d’rin;
- Jetzt kommt g’wiss bald a Zeitschrift heraus, i parier,
- Da krieg’n d’Pränumeranten umsonst Kost und Quartier.
- Da wird einem halt angst und bang,
- Die Welt steht auf kein Fall mehr lang.
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