Barbara und Hans-Peter: Die Millionenfrage

Dialog · 2 Personen · Gegenwart · Alltagssprache

Barbara und Hans-Peter: Ich war dabei! Ich war im Bauch!

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Dauer
ca. 3 Mingeschätzt, 347 Wörter
Umfang
347 WörterBarbara · Hans-Peter
Figuren
weiblich + männlich
Spielalter
ca. 50–56redaktionelle Einschätzung
Tonlage
nervöskomisch
Sprache
Alltagssprache
PDF-Optionen
Eine gewählte Rolle wird im PDF hervorgehoben.

(Ein Quizpult mit zwei Hockern. Barbara, dreiundfünfzig, im Glitzeroberteil, und Hans-Peter, fünfundfünfzig, im Sakko, sitzen nebeneinander. Vor beiden ein Tablet. Studiolicht. Sie lächeln in die Kamera, dann sehen sie sich an.)

Barbara

(Durch das Lächeln.) Was hast du geschrieben?

Stichwort: „Was hast du geschrieben?“

Hans-Peter

(Ebenso.) Den dritten Juni.

Stichwort: „Den dritten Juni.“

Barbara

Ich hab den achten Juni geschrieben.

Stichwort: „Ich hab den achten Juni geschrieben.“

Hans-Peter

Der achte ist der Geburtstag von deiner Mutter.

Stichwort: „… ist der Geburtstag von deiner Mutter.“

Barbara

Der achte ist unser Hochzeitstag. Der Geburtstag von meiner Mutter ist im März.

Stichwort: „… von meiner Mutter ist im März.“

Hans-Peter

(Zum Moderator.) Einen kleinen Moment. Wir klären das kurz intern.

Stichwort: „… Moment. Wir klären das kurz intern.“

Barbara

Hans-Peter, es hat geregnet. Erinnerst du dich? Es hat in Strömen geregnet, und deine Tante Gisela hat gesagt: Regen am Hochzeitstag bringt Glück. Und das war am achten.

Stichwort: „… Glück. Und das war am achten.“

Hans-Peter

Tante Gisela hat das auf jeder Hochzeit gesagt. Die hätte das auch in der Wüste gesagt.

Stichwort: „… das auch in der Wüste gesagt.“

Barbara

Wir haben am Abend das Deutschlandspiel gesehen. Bei der Feier. Du hast mitten in der Rede deines Bruders aufgeschrien, weil ein Tor gefallen ist.

Stichwort: „… aufgeschrien, weil ein Tor gefallen ist.“

Hans-Peter

Das war ein Freundschaftsspiel.

Stichwort: „Das war ein Freundschaftsspiel.“

Barbara

Am achten Juni.

Stichwort: „Am achten Juni.“

Hans-Peter

(Unsicher.) Oder am dritten.

Stichwort: „Oder am dritten.“

Barbara

(Zum Moderator, mit strahlendem Lächeln.) Er ist sich nicht mehr so sicher, sehen Sie.

Stichwort: „… nicht mehr so sicher, sehen Sie.“

Hans-Peter

Ich bin mir sicher. Wir haben den Ring am dritten bei Juwelier Kramer abgeholt, und der hat gesagt: Gerade noch rechtzeitig. Das hätte er nicht gesagt, wenn die Hochzeit noch fünf Tage hin gewesen wäre.

Stichwort: „… noch fünf Tage hin gewesen wäre.“

Barbara

Herr Kramer hat das gesagt, weil du drei Monate gebraucht hast, um die Ringgröße rauszufinden.

Stichwort: „… gebraucht hast, um die Ringgröße rauszufinden.“

Hans-Peter

Weil du mir die Größe nicht verraten wolltest!

Stichwort: „… mir die Größe nicht verraten wolltest!“

Barbara

Weil das romantischer ist, wenn du sie selbst herausfindest!

Stichwort: „… ist, wenn du sie selbst herausfindest!“

(Pause. Beide lächeln in die Kamera. Der Moderator sagt etwas.)

Hans-Peter

Wie bitte? Ein Joker? Wir haben noch einen Joker?

Stichwort: „… Joker? Wir haben noch einen Joker?“

Barbara

Den Publikumsjoker. (Sie dreht sich zum Publikum.) Das ist unsere Familie da hinten. Die wissen das.

Stichwort: „… Familie da hinten. Die wissen das.“

Hans-Peter

Die waren doch gar nicht alle dabei.

Stichwort: „… waren doch gar nicht alle dabei.“

Barbara

Deine Mutter war dabei.

Stichwort: „Deine Mutter war dabei.“

Hans-Peter

Meine Mutter ist achtundachtzig und weiß nicht mehr, wer ich bin.

Stichwort: „… weiß nicht mehr, wer ich bin.“

Barbara

Sie weiß sehr genau, wer du bist. Sie tut nur so, wenn du anrufst.

Stichwort: „… tut nur so, wenn du anrufst.“

(Aus dem Publikum ruft eine junge Frauenstimme. Beide drehen sich um.)

Hans-Peter

Das ist Nina.

Stichwort: „Das ist Nina.“

Barbara

Was ruft sie?

Stichwort: „Was ruft sie?“

Hans-Peter

(Lauscht.) „Der dritte! Ich war dabei! Ich war im Bauch!“

Stichwort: „… war dabei! Ich war im Bauch!““

(Stille. Barbara schlägt die Hand vor den Mund.)

Barbara

Oh Gott. Der Bauch. (Zum Moderator.) Ich war im fünften Monat. Wir mussten das Kleid zweimal weiter machen lassen. Deshalb haben wir das Standesamt vorgezogen, auf den dritten. Die Kirche blieb am achten.

Stichwort: „… dritten. Die Kirche blieb am achten.“

Hans-Peter

(Triumphierend leise.) Der dritte.

Stichwort: „Der dritte.“

Barbara

Der Regen war am achten. Da haben wir kirchlich geheiratet.

Stichwort: „… achten. Da haben wir kirchlich geheiratet.“

Hans-Peter

Wir haben zweimal geheiratet?

Stichwort: „Wir haben zweimal geheiratet?“

Barbara

Wir haben zweimal geheiratet, Hans-Peter. Du warst beide Male dabei.

Stichwort: „… Hans-Peter. Du warst beide Male dabei.“

Hans-Peter

(Zum Moderator.) Gilt das? Gilt beides?

Stichwort: „Gilt das? Gilt beides?“

(Pause. Der Moderator antwortet. Konfetti fällt. Beide springen auf.)

Barbara

(Umarmt ihn.) Siehst du. Zusammen wissen wir es.

Stichwort: „Siehst du. Zusammen wissen wir es.“

Hans-Peter

Ich hab den dritten gesagt.

Stichwort: „Ich hab den dritten gesagt.“

Barbara

Halt den Mund und freu dich.

Stichwort: „Halt den Mund und freu dich.“

Lernmodus: Nur die Anfangsbuchstaben sind sichtbar. Tippe auf einen Vers oder Satz, um ihn aufzudecken.

Ende der Szene

Spielhinweise

  • Die beiden streiten vor laufender Kamera. Sie wollen dabei die Fassung wahren und lächeln immer wieder ins Publikum. Dieser Wechsel trägt das Tempo.
  • Der Moderator ist unsichtbar. Seine Fragen und Pausen müssen in euren Reaktionen sichtbar werden.
  • Die Liebe ist die ganze Zeit spürbar, auch im Streit. Spielt keinen bitteren Ehekrieg, sondern eine Komödie zwischen zwei Menschen, die sich sehr gut kennen.

Vorsprech-Set

Als Kontrast dazu

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