Marie Wesener: „Das Herz ist mir so schwer“

Monolog · Sturm und Drang · Prosa, umgangsnah

Marie Wesener: Das Herz ist mir so schwer.

aus Die Soldaten (1776) von Jakob Michael Reinhold Lenz · I. Akt, 6. Szene (Schluss)

Originaltext · Die Soldaten, Jakob Michael Reinhold Lenz (1776)ungekürzt
Dauer
unter 1 Mingeschätzt, 59 Wörter
Umfang
59 Wörterungekürzt
Figur
weiblich
Spielalter
ca. 15–25redaktionelle Einschätzung
Tonlage
bangleise & nachdenklich
Sprache
Prosa, umgangsnahbehutsam modernisiert
PDF-Optionen

(Marie küsst ihrem Vater die Hand.)

Gute Nacht, Pappuschka! — (Da er fort ist, tut sie einen tiefen Seufzer, und tritt aus Fenster, indem sie sich aufschnürt) Das Herz ist mir so schwer. Ich glaube, es wird gewittern die Nacht. Wenn es einschlüge — (sieht in die Höhe, die Hände über ihre offene Brust schlagend) Gott! was hab ich denn Böses getan? — — Stolzius — ich lieb’ dich ja noch — aber wenn ich nun mein Glück besser machen kann — und Papa selber mir den Rat gibt, (zieht die Gardine vor) trifft michs, so trifft michs, ich sterb’ nicht anders als gerne.

(Löscht ihr Licht aus.)

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Spielhinweise

  • Ein sehr kurzer Monolog, ideal für ein Self-Tape oder als Kontrast im Vorsprechen. Er braucht keine große Geste, nur einen klaren Gedankengang.
  • Die Regieanweisungen sind genau: Seufzer, Fenster, Schnüren des Mieders, Blick nach oben, Gardine, Licht. Jede Handlung markiert einen neuen Beat.
  • Marie ist weder naiv noch berechnend. Spiele beides gleichzeitig: das schlechte Gewissen und die Lust auf ein anderes Leben.
  • Lenz’ Sprache ist umgangsnah („Pappuschka“, „trifft michs“). Sprich sie so leicht, wie sie gemeint ist.

Vorsprech-Set

Als Kontrast dazu

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