Viktoria: Lachyoga

Monolog · Gegenwart · Alltagssprache

Viktoria: Sieben Jahre, und er nimmt die Kaffeemaschine!

Freier Text von SceneTalent

Von SceneTalent geschrieben. Frei zum Üben, Vorsprechen und für Self-Tapes – bitte mit Quellenangabe „Text: SceneTalent“. Den Text selbst nicht ohne unser Einverständnis weiterverbreiten.
Dauer
ca. 3 Mingeschätzt, 321 Wörter
Umfang
321 Wörterungekürzt
Figur
weiblich
Spielalter
ca. 30–35redaktionelle Einschätzung
Tonlage
aufgekratzttragikomisch
Sprache
Alltagssprache

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Inhalt
Seite

(Ein Gemeindesaal, Turnmatten im Halbkreis. Viktoria, zweiunddreißig, in Leggings und Funktionsshirt, steht vor einer Gruppe, die erwartungsvoll schaut. Sie klatscht in die Hände.)

Guten Abend, ihr Lieben! Schön, dass ihr da seid. Wie immer: Wir lachen nicht, weil etwas lustig ist. Wir lachen, weil Lachen gesund ist. Der Körper weiß nicht, ob es echt ist. Der Körper ist da ganz unkompliziert. (Sie klatscht.) Ho, ho, ha-ha-ha. Ho, ho, ha-ha-ha. Sehr schön, Herr Pietsch.

Wir starten mit dem Begrüßungslachen. Ihr geht durch den Raum, schüttelt euch die Hände und lacht euch an. (Sie macht es vor.) Ha-ha-ha! Hallo, Frau Ünal! Ha-ha-ha!

Jetzt das Handylachen. Ihr haltet ein unsichtbares Handy ans Ohr und lacht, als hätte euch jemand den besten Witz der Welt erzählt. (Sie hält die Hand ans Ohr.) Ha-ha … (Sie stockt.) Ha. (Sie lässt die Hand sinken.) Entschuldigung. Mein echtes Handy hat heute schon genug erzählt.

(Zu laut.) Weiter! Rechnungslachen. Ihr öffnet eine unsichtbare Rechnung und lacht darüber. Ha! Zweitausend Euro! Ha-ha! Die Werkstatt sagt, das Getriebe. Ha-ha-ha! Das Getriebe von einem Auto, das sowieso nur noch fährt, weil es Mitleid mit mir hat!

(Die Gruppe lacht mit, etwas unsicher.)

Und jetzt das Umzugslachen. Das kennt ihr noch nicht, das hab ich heute erfunden. Man kommt nach Hause, und das halbe Wohnzimmer ist weg. Ha! Das Sofa ist weg, der Fernseher ist weg, und auf dem Boden liegt ein Zettel: „Ich brauch Abstand. Die Kaffeemaschine nehm ich mit, die hab ich bezahlt.“ (Sie lacht, es klingt schief.) Die Kaffeemaschine! Sieben Jahre, und er nimmt die Kaffeemaschine!

(Das Lachen wird zu etwas anderem. Sie hält sich die Hand vor den Mund.) Ha. Ha.

(Stille. Herr Pietsch kommt einen Schritt näher.)

Nein, nein, Herr Pietsch, alles gut. Das gehört dazu. Lachen kann in Weinen übergehen und Weinen in Lachen. Steht im Handbuch, Seite vierzig. Ganz normal.

(Sie atmet durch. Jemand in der Gruppe kichert, leise und ansteckend. Viktoria sieht hin.) Frau Ünal, lachen Sie mich aus? (Pause.) Nein. Sie lachen nicht über mich. Sie lachen mit. Das ist was anderes.

(Das Kichern breitet sich aus. Viktoria fängt an, wirklich zu lachen, mit Tränen in den Augen.)

Okay. Okay. Ha-ha-ha. Das ist jetzt echt. Merkt ihr den Unterschied? Nein? Der Körper merkt ihn auch nicht. (Sie wischt sich die Augen.) Aber ich.

Letzte Übung: das Löwenlachen. Zunge raus, Augen auf, Hände wie Krallen, und alles raus, was heute schiefgelaufen ist. (Sie macht es vor.) Und wer nachher noch Zeit hat: Ich brauche jemanden mit einem Kombi. Und einen Kaffee. Irgendwo, wo es noch eine Maschine gibt.

Lernmodus: Nur die Anfangsbuchstaben sind sichtbar. Tippe auf einen Vers oder Satz, um ihn aufzudecken.

Ende des Textes

Spielhinweise

  • Lachen auf Kommando ist schwer. Probiere die Übungen wirklich aus, bevor du den Text spielst. Die Tragikomödie entsteht, wenn das gespielte Lachen und das echte Gefühl immer weiter auseinanderfallen.
  • Viktoria verrät sich nicht absichtlich. Die schlechten Nachrichten rutschen ihr in die Übungen. Spiele jede Übung zunächst ganz professionell an.
  • Der Umschlag vom Weinen ins echte Lachen ist der Höhepunkt. Nimm dir dafür Zeit und lass die Gruppe mitspielen, auch wenn sie nur vorgestellt ist.

Vorsprech-Set

Als Kontrast dazu

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