Pat: An der Haustür

Monolog · Gegenwart · Alltagssprache

Pat: Ich hätte gerne fünf Minuten Ihrer Zeit. Ihre.

Freier Text von SceneTalent

Von SceneTalent geschrieben. Frei zum Üben, Vorsprechen und für Self-Tapes – bitte mit Quellenangabe „Text: SceneTalent“. Den Text selbst nicht ohne unser Einverständnis weiterverbreiten.
Dauer
ca. 2,5 Mingeschätzt, 268 Wörter
Umfang
268 Wörterungekürzt
Figur
offen besetzbar
Spielalter
ca. 18–21redaktionelle Einschätzung
Tonlage
aufgedrehtkomisch
Sprache
Alltagssprache

Drucken und PDF

Stell zusammen, was auf dem Blatt stehen soll. Die Auswahl gilt für den Druck und für das PDF.

Inhalt
Seite

(Eine Haustür mit Messingklingel und einem Kranz aus Trockenblumen. Pat, neunzehn, mit Klemmbrett und Firmenjacke, steht davor und lächelt sehr breit. Die Tür geht auf.)

Guten Tag! Mein Name ist Pat, und ich komme heute nicht, um Ihnen was zu verkaufen, sondern um Ihnen was zu schenken! Und zwar: Wissen! Und zwar in Form von Zeitschriften, wo Sie jede Woche bequem nach Hause geliefert kriegen!

(Pause. Die Frau sagt etwas.)

„Die“ Sie geliefert bekommen. Nicht „wo“. (Pat nickt eifrig.) Richtig. Danke. Das ist ein guter Punkt. Das notier ich mir. (Pat notiert.)

Also. Ich hätte gerne fünf Minuten Ihrer Zeit. Ihre. (Pat sieht kurz auf.) Das war jetzt richtig, oder? Genitiv? Okay. Mit unserem Kombi-Paket „Wissen und Wohnen“ sparen Sie bis zu vierzig Prozent gegenüber dem Einzelkauf, weil wegen dem großen Abnahmevolumen …

(Die Frau sagt etwas.)

„Wegen des“. Ja. (Pat atmet aus.) Ich weiß. Ich hatte Deutsch-Leistungskurs. Ich hatte eine Zwei. Das steht so im Leitfaden. (Pat hält das Klemmbrett hoch.) Hier, Seite eins. „Wegen dem großen Abnahmevolumen.“ Den hat jemand geschrieben, der vermutlich mehr verdient als ich.

Darf ich noch mal von vorne? Ohne Leitfaden? (Pat legt das Klemmbrett weg.) Gut. Guten Tag. Ich bin Pat. Ich verkaufe Zeitschriften, die Sie nicht brauchen, weil Sie wahrscheinlich ein Bücherregal haben, das bis zur Decke geht. Ich verdiene pro Abo vierzehn Euro. Ich hab heute seit acht Uhr an vierzig Türen geklingelt, und Sie sind die Erste, die nicht „Nein, danke“ durch die Gegensprechanlage gesagt hat.

Ich will eigentlich Lehramt studieren. Deutsch und Geschichte. Ich mach das hier, damit ich mir die Wohnung leisten kann. Und gerade denke ich, das war vielleicht keine gute Idee, bei Ihnen zu klingeln. Oder die beste.

(Lange Pause. Die Frau sagt etwas und tritt einen Schritt zur Seite.)

(Überrascht.) Ob ich einen Tee möchte? (Pat sieht zum Klemmbrett, dann zu ihr.) Ich darf eigentlich nicht in Wohnungen gehen. Steht auch im Leitfaden. (Pause.) Seite drei. Da steht aber auch „das Kunde“. (Pat lächelt.) Gern. Einen Tee. Und vielleicht ein Abo. Eins. „Geschichte heute“. Das lese ich dann bei Ihnen mit.

Lernmodus: Nur die Anfangsbuchstaben sind sichtbar. Tippe auf einen Vers oder Satz, um ihn aufzudecken.

Ende des Textes

Spielhinweise

  • Pat spricht anfangs den auswendig gelernten Verkaufstext im Tempo eines Werbespots. Die Fehler sind in diesem Text, nicht in Pat.
  • Jede Korrektur der Lehrerin hörst nur du. Gib ihr Raum und lass Pat jedes Mal kurz umschalten. Das ist ein Spiel mit dem Status.
  • Der ehrliche Satz am Ende ist der Wendepunkt. Spiele ihn ohne Pointe; die Komik kommt aus ihrer Reaktion.

Vorsprech-Set

Als Kontrast dazu

Go to Top