Marek: Der Abschleppwagen

Monolog · Gegenwart · Alltagssprache

Marek: Ich bin trotzdem gefahren. Mit Hund. Deins ist das erste Auto, bei dem ich Herzrasen krieg.

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Dauer
ca. 2,5 Mingeschätzt, 295 Wörter
Umfang
295 Wörterungekürzt
Figur
männlich
Spielalter
ca. 30–35redaktionelle Einschätzung
Tonlage
verlegentragikomisch
Sprache
Alltagssprache

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Inhalt
Seite

(Eine Straße. Marek, dreiunddreißig, in Warnweste, steht neben der Fernbedienung seines Abschleppwagens. Hinter ihm hängt ein Kombi schräg am Haken. Er sieht jemanden auf sich zukommen und erstarrt.)

Mama. (Pause.) Hallo, Mama. Nein. Nicht schimpfen. Lass mich erst erklären.

Das ist eine Feuerwehrzufahrt. Da steht ein Schild. Ein großes rotes Schild. Mit einem Feuerwehrauto drauf. (Er zeigt.) Siehst du? Das ist kein Kunstwerk, das ist ein Verbot.

(Er hört zu.) Ja, ich weiß, dass du nur zehn Minuten wolltest. Das sagen alle. Ich hab hier schon einen Pfarrer abgeschleppt, der nur zehn Minuten wollte. Der hat mir den Segen verweigert. Und eine Hochzeitsgesellschaft, also deren Auto, mit Dosen hinten dran. Die Braut hat geweint, der Bräutigam hat gelacht, und ich hab gehupt.

(Er hört zu.) Nein, ich kann ihn nicht einfach wieder runterlassen. Der Auftrag ist im System. Mit Uhrzeit, mit Foto, mit Kennzeichen. Wenn ich den jetzt ablasse, hab ich am Montag ein Gespräch mit meinem Chef. Und mein Chef ist kein Mensch, der Kuchen mag.

(Pause.) Was ist in der Tüte? (Er hört zu.) Mohnkuchen. Für mich. Weil ich am Sonntag zum Essen komme. (Er schließt kurz die Augen.) Das ist unfair, Mama. Das ist richtig unfair.

Ich schleppe seit zwölf Jahren Autos ab. Ich bin angeschrien worden, angespuckt, einmal hat mir ein Mann seinen Hund ins Führerhaus gesetzt, damit ich nicht wegfahre. Ich bin trotzdem gefahren. Mit Hund. Deins ist das erste Auto, bei dem ich Herzrasen krieg.

(Er hört zu. Dann leiser.) Ja. Ich weiß, dass Papa immer hier geparkt hat. Jeden Samstag, vor dem Café. Damals war das noch keine Zufahrt. (Pause.) Das ist jetzt auch schon acht Jahre her, Mama.

(Er schaut auf die Fernbedienung, dann auf seine Mutter.)

Pass auf. Das Auto kommt auf den Hof. Das muss so sein. Die Gebühr zahlst du, das muss auch so sein. Aber ich fahr dich hin. Du steigst vorne bei mir ein. Und auf dem Hof kriegst du den Kombi sofort zurück, ohne Warten. Das kann ich machen.

(Er öffnet die Beifahrertür.) Und den Kuchen essen wir unterwegs. Ich hab Mittagspause. Offiziell. (Pause.) Und nächsten Samstag hol ich dich ab, Mama. Dann parken wir zusammen. Legal.

Lernmodus: Nur die Anfangsbuchstaben sind sichtbar. Tippe auf einen Vers oder Satz, um ihn aufzudecken.

Ende des Textes

Spielhinweise

  • Marek ist hin- und hergerissen zwischen Beruf und Familie. Daraus entsteht die Komik, aber auch ein echter Konflikt. Nimm beide Seiten ernst.
  • Die Mutter antwortet aus dem Off. Ihre Argumente sind gut, und Marek weiß das. Lass ihn jedes Mal kurz schwanken, bevor er weiterredet. Das ist sein Subtext: Er will nachgeben und darf nicht.

Vorsprech-Set

Als Kontrast dazu

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