Hendrik: Die Präsentation

Monolog · Gegenwart · Alltagssprache

Hendrik: Und jetzt du.

Freier Text von SceneTalent

Von SceneTalent geschrieben. Frei zum Üben, Vorsprechen und für Self-Tapes – bitte mit Quellenangabe „Text: SceneTalent“. Den Text selbst nicht ohne unser Einverständnis weiterverbreiten.
Dauer
ca. 2,5 Mingeschätzt, 280 Wörter
Umfang
280 Wörterungekürzt
Figur
männlich
Spielalter
ca. 30–36redaktionelle Einschätzung
Tonlage
bemühtkomisch
Sprache
Alltagssprache

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Inhalt
Seite

(Ein Klassenraum, dritte Klasse. Hendrik, Mitte dreißig, im Anzug, steht vor dem Smartboard. Auf der Leinwand: „Wertschöpfung durch Prozessoptimierung – Folie 1 von 27“. In der zweiten Reihe sitzt sein Sohn Leo.)

Guten Morgen, Klasse 3b! Ich bin der Papa von Leo. Ich bin Unternehmensberater. Das heißt, ich berate Unternehmen. (Pause.) Das war jetzt nicht hilfreich, ich merke es.

Also. Stellt euch vor, ihr habt eine Firma, die Brötchen backt. Die Firma backt jeden Tag tausend Brötchen. Und dann komme ich und schaue mir an, wie die das machen, und dann sage ich: Ihr könntet auch zwölfhundert Brötchen backen, mit denselben Leuten. Das nennt man Prozessoptimierung. (Er klickt weiter. Folie zwei: ein Diagramm.) Hier sehen wir …

Ja, du, mit dem Dinosaurier-Pulli. (Er hört zu.) Ob die Leute dann mehr arbeiten müssen? Nein, nein. Die arbeiten nur … effizienter. (Pause.) Ob sie dann mehr Geld kriegen? Das ist eine sehr gute Frage. Das kommt auf Folie neunzehn.

Ja, du. (Er hört zu.) Ob ich selbst Brötchen backen kann? Nein. Ich kann … ich weiß, wie man es macht. Theoretisch. (Er klickt. Folie drei. Er klickt zurück.) Ja, hinten? (Er hört zu. Kurze Stille.) Wann ich nach Hause komme?

(Er sieht zu Leo. Leo sieht auf seinen Tisch.)

Meistens … spät. Wenn der Leo schon schläft. Dann gehe ich in sein Zimmer und decke ihn zu, und morgens fahre ich los, bevor er aufsteht. Also sehen wir uns eigentlich nur, wenn einer von uns schläft. (Er lacht kurz.) Das ist auch eine Art Prozessoptimierung.

(Niemand lacht. Hendrik klappt den Laptop zu.)

Wisst ihr was? Die Folien sind langweilig. Die sind sogar für Erwachsene langweilig, die kriegen nur Geld dafür, dass sie wach bleiben. (Er zieht sein Jackett aus.) Ich bin eigentlich hier, weil Leo mich eingeladen hat. Und Leo hat gesagt: Papa, erzähl was, was du richtig gut kannst.

Und das Einzige, was ich wirklich richtig gut kann, ist das hier. (Er nimmt ein Blatt aus dem Drucker der Lehrerin und beginnt zu falten.) Das hab ich mit neun gelernt, von meinem Opa. Ich hab einmal einen gebaut, der ist vom Schuldach bis auf den Sportplatz geflogen. (Er faltet weiter.) Leo, du kennst den noch nicht. Ich hab ihn dir nie gezeigt.

(Er hält den fertigen Papierflieger hoch, sieht Leo an und wirft ihn. Der Flieger segelt durch den Raum und landet auf Leos Tisch.)

Folie zwei bis siebenundzwanzig machen wir ein andermal. (Zu Leo.) Und jetzt du.

Lernmodus: Nur die Anfangsbuchstaben sind sichtbar. Tippe auf einen Vers oder Satz, um ihn aufzudecken.

Ende des Textes

Spielhinweise

  • Hendrik spricht anfangs in seiner Beratersprache („Prozessoptimierung“, „effizienter“). Spiele das nicht als Karikatur, sondern als echte Gewohnheit.
  • Die Fragen der Kinder hörst nur du. Gib jeder Frage einen eigenen Blick und eine kurze Pause.
  • Der Wendepunkt ist die Frage, wann er nach Hause kommt. Danach klappt Hendrik den Laptop zu; das ist sein Vorgang.
  • Das Papierfliegerfalten am Schluss kann angedeutet oder echt gespielt werden. Es darf ein wenig misslingen.

Vorsprech-Set

Als Kontrast dazu

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