Dilan und Mark: Die Kündigung

Dialog · 2 Personen · Gegenwart · Alltagssprache

Dilan und Mark: Ich hab die Namen eingetippt. Alphabetisch.

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Dauer
ca. 3 Mingeschätzt, 381 Wörter
Umfang
381 WörterMark · Dilan
Figuren
weiblich + männlich
Spielalter
ca. 28–35redaktionelle Einschätzung
Tonlage
beherrschternst & dramatisch
Sprache
Alltagssprache

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Inhalt
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(Ein Besprechungsraum. Ein Tisch, zwei Stühle, eine Wasserkaraffe, eine Mappe. Dilan, Anfang dreißig, sitzt aufrecht. Mark, Anfang dreißig, kommt herein, noch die Schutzbrille aus der Werkhalle in der Hemdtasche.)

Mark

Hey. Sie haben gesagt, ich soll um neun hier sein. Ich dachte, es geht um die Fortbildung.

Stichwort: „… dachte, es geht um die Fortbildung.“

Dilan

Setz dich bitte, Mark.

Stichwort: „Setz dich bitte, Mark.“

Mark

(Er setzt sich, sieht die Mappe.) Ah. (Pause.) Okay.

Stichwort: „Ah. Okay.“

Dilan

Wie du weißt, hat das Unternehmen nach dem Wegfall des Auftrags von Hallberg eine Umstrukturierung beschlossen. Davon sind vierzig Stellen betroffen. Ich muss dir mitteilen, dass deine Stelle dazugehört. Die Kündigung erfolgt fristgerecht zum Ende des Quartals. Es gibt ein Abfindungsangebot, die Unterlagen sind hier drin, du kannst sie in Ruhe prüfen lassen.

Stichwort: „… kannst sie in Ruhe prüfen lassen.“

Mark

Dilan.

Stichwort: „Dilan.“

Dilan

Der Betriebsrat ist informiert und steht dir für Fragen zur Verfügung. Außerdem bieten wir eine Beratung zur beruflichen Neuorientierung an.

Stichwort: „… eine Beratung zur beruflichen Neuorientierung an.“

Mark

Dilan. Hör auf. Ich bin es.

Stichwort: „Dilan. Hör auf. Ich bin es.“

(Pause. Dilan legt den Stift hin.)

Dilan

Ich weiß, dass du es bist.

Stichwort: „Ich weiß, dass du es bist.“

Mark

Warum ich? Ich hab die Kühlanlage für Hallberg konstruiert, die läuft seit drei Jahren ohne Ausfall. Ich bin noch nie krank gewesen.

Stichwort: „… Ich bin noch nie krank gewesen.“

Dilan

Es gibt eine Sozialauswahl. Betriebszugehörigkeit, Alter, Unterhaltspflichten. Du bist kürzer da als die anderen in der Abteilung, du bist jung, und du hast keine Kinder.

Stichwort: „… jung, und du hast keine Kinder.“

Mark

Ich hab keine Kinder, weil ich jedes Wochenende hier war.

Stichwort: „… weil ich jedes Wochenende hier war.“

Dilan

Ich weiß.

Stichwort: „Ich weiß.“

Mark

Weißt du noch, wie du mir deinen Lebenslauf gezeigt hast? Im Wohnheim, Küche dritter Stock. Du hattest „Teamfähigkeit“ falsch geschrieben, mit zwei m. Ich hab es dir korrigiert. Und als hier die Stelle frei war, bin ich zu meinem Chef gegangen und hab gesagt: Die müsst ihr nehmen. Die ist besser als alle.

Stichwort: „… nehmen. Die ist besser als alle.“

Dilan

Ich weiß, Mark.

Stichwort: „Ich weiß, Mark.“

Mark

Wer hat die Liste gemacht?

Stichwort: „Wer hat die Liste gemacht?“

(Lange Pause.)

Dilan

Die Geschäftsführung hat die Kriterien festgelegt. Die Personalleitung hat sie angewendet. (Pause.) Und ich war dabei. Ich hab die Namen eingetippt. Alphabetisch.

Stichwort: „… Ich hab die Namen eingetippt. Alphabetisch.“

Mark

Du hast meinen Namen …

Stichwort: „Du hast meinen Namen …“

Dilan

Ich hab nicht entschieden. Aber ich hab ihn gesehen. Seit drei Wochen weiß ich es. Ich hab dir am Freitag noch ein Bier ausgegeben, und ich wusste es.

Stichwort: „… Bier ausgegeben, und ich wusste es.“

Mark

Und da hast du nichts gesagt.

Stichwort: „Und da hast du nichts gesagt.“

Dilan

Ich durfte nichts sagen. Wenn ich es dir gesagt hätte, hätte ich meinen Job verloren. Und dann wären es einundvierzig gewesen.

Stichwort: „… Und dann wären es einundvierzig gewesen.“

Mark

(Er lacht, kurz.) Rechnest du das jetzt so?

Stichwort: „Rechnest du das jetzt so?“

Dilan

Ich rechne seit drei Wochen. Ich schlaf nicht. Ich hab mir eingeredet, dass es besser ist, wenn ich es dir sage, als irgendein Fremder. Das stimmt nicht. Es ist schlimmer.

Stichwort: „… Das stimmt nicht. Es ist schlimmer.“

(Mark nimmt die Mappe, steht auf.)

Mark

Ich lass das prüfen.

Stichwort: „Ich lass das prüfen.“

Dilan

Mach das. Wirklich. Lass es von einem Anwalt prüfen. Und frag nach der Abfindung, die ist verhandelbar. (Leiser.) Das darf ich eigentlich auch nicht sagen.

Stichwort: „… darf ich eigentlich auch nicht sagen.“

Mark geht

(An der Tür.) Und es waren nicht zwei m. Es waren drei.

Stichwort: „… nicht zwei m. Es waren drei.“

(Dilan bleibt sitzen. Sie nimmt den Stift. Sie schreibt nichts.)

Lernmodus: Nur die Anfangsbuchstaben sind sichtbar. Tippe auf einen Vers oder Satz, um ihn aufzudecken.

Ende der Szene

Spielhinweise

  • Dilan hat für das Gespräch eine Vorlage. Sie hält sich zuerst eng daran; die Formulierungen sind korrekt und kalt. Spiele, wie schwer es ihr fällt, nicht davon abzuweichen.
  • Mark ist erst fassungslos, dann sachlich, dann verletzt. Er wird nie laut. Die Erinnerungen aus dem Studium sind seine Waffe.
  • Der Subtext der Szene ist die Freundschaft. Beide wissen, dass sie nach diesem Gespräch nicht mehr dieselbe ist.
  • Die Szene endet ohne Versöhnung. Lasst die letzte Geste klein.

Vorsprech-Set

Als Kontrast dazu

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