(Götzendorf, im Haus des Küsters am Kirchhof. Ottokar steht vor dem Sarg seiner verstoßenen ersten Frau Margarethe.)
(Bleibt an der Türe stehen.)
- Margarethe,
- So bist du tot und hast mir nicht verziehn?
(Er kommt zurück.)
- Bist hingegangen, treue, fromme Seele,
- Mit dem Gefühl des Unrechts in der Brust,
- Und stehst wohl jetzt vor Gottes Richterstuhl
- Und klagst mich an, rufst Rache wider mich!
- O, tus nicht, Margaretha, tu es nicht!
- Du bist gerächt. Um was ich dich und alles gab,
- Gefallen ists von mir, wie Laub im Herbst.
- Was ich gesammelt, ist im Wind zerstoben,
- Der Segen fort, der fruchtend kommt von oben,
- Und einsam steh ich da, von Leid gebeugt,
- Und niemand tröstet mich und hört mich!
(Er tritt näher.)
- Sie haben schlimm an mir getan, Margrethe!
- Der Undank hob sein Haupt auf gegen mich.
- Die mir die Nächsten, haben mich verraten,
- Die ich gehoben, haben mich gestürzt.
- Das Weib, um das ich hingab deinen Wert,
- Sie hat das Herz im Busen mir zerspalten,
- Die Ehre mein verkauft an meinen Knecht;
- Und als ich blutend heimkam aus der Schlacht,
- Goss sie mir Gift, statt Balsam, in die Wunden.
- Mit Hohn und Spott hat sie mich aufgestachelt,
- Dass blind ich rannte in das Todesnetz,
- Das nun zusammenschlägt ob meinem Scheitel.
(Er kniet am Sarge.)
- Du hast mich oft getröstet; tröste nun!
- Streck aus die kalte Hand und segne mich.
- Denn eines fühl ich wohl: es kommt zu sterben;
- Der heutge Tag kann Ottokar verderben,
- Drum segne mich, wie du gesegnet bist!
(Er legt sein Haupt auf die Kissen.)
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