(Sie setzt sich auf die Rasenbank und beginnt einen Kranz zu flechten. Nach einer Weile schüttelt sie schmerzlich das Haupt und legt das Angefangene neben sich hin.)
- Es geht nicht. — Weh! der Kopf will mir zerspringen,
- Und stürmisch pocht das Herz in meiner Brust.
- Da muss ich sitzen, einsam und verlassen,
- Fern von der Eltern Herd im fremden Land,
- Und Sklavenketten drücken diese Hände,
- Die ich hinüber strecke nach den Meinen.
- Weh mir! da sitz’ ich einsam und verlassen,
- Und Niemand höret mich und achtet mein!
- Mit Tränen seh’ ich Freunde und Verwandte
- Den Busen drücken an verwandte Brust,
- Mir schlägt kein Busen hier in diesem Lande
- Und meine Freunde wohnen weit von hier.
- Ich sehe Kinder um den Vater hüpfen,
- Die fromme Stirn, die heil’gen Locken küssen;
- Mein Vater lebt getrennt durch ferne Meere,
- Wo ihn nicht Gruß und Kuss des Kinds erreicht.
- Sie tun wohl hier so, als ob sie mich liebten
- Und auch an sanften Worten fehlt es nicht,
- Doch ist es Liebe nicht, ’s ist nur Erbarmen,
- Das auch der Sklavin milde Worte gönnt;
- Der Mund, der erst von Schmeicheln überflossen,
- Er füllt sich bald mit Hohn und bitterm Spott.
- Sie dürfen lieben, hassen was sie wollen,
- Und was das Herz empfindet spricht die Lippe aus,
- Sie zieret Gold und Purpur und Geschmeide,
- Nach ihnen wendet staunend sich der Blick;
- Der Sklavin Platz ist an dem niedern Herde,
- Da trifft kein Blick sie, ach, und keine Frage,
- Kein Auge, kein Gedanke und kein Wunsch! —
- Ihr Götter, die ihr mich schon oft erhört,
- Mit reicher Hand Erfüllung mir gesendet,
- Wenn ich mit frommen Sinne zu euch flehte,
- O leiht auch diesmal mir ein gnädig Ohr!
- Führt gütig mich zurücke zu den Meinen,
- Dass ich an des Vertrauens weiche Brust
- Die kummerheiße Stirne kühlend presse,
- Führt zu den Meinen mich, ach, oder nehmt mich
- Hinauf zu euch! — Zu euch! — Zu euch!
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