– Wie Sie mich hier sehn, bin ick nämlich aust Fensta jefalln. Wir wohn Hochpachterr, da kann sowat vorkomm. Es ist wejn den Jleichjewicht. Bleihm Se ruhich stehn, lieber Herr, ick tu Sie nischt – wenn Se mir wolln mah aufhehm … so … hopla … na, nu jeht et ja schon. Ick wees jahnich, wat mir is: ick muß wat jejessen ham …!
Jetrunken? Ja, det auch … aber mit Maßen, immer mit Maßen. Es wah – ham Sie n Auhrenblick Sseit? – es handelt sich nämlich bessüchlich der Wahlen. Hips … ick bin sossusahrn ein Opfer von unse Parteisserrissenheit. Deutschland kann nich untajehn; solange es einich is, wird es nie bebesiecht! Ach, diss wah ausn vorjn Kriech … na, is aber auch janz schön! Wenn ick Sie n Sticksken bejleiten dürf … stützen Sie Ihnen ruhig auf mir, denn jehn Sie sicherer!
Jestern morjen sach ick zu Elfriede, wat meine Jattin is, ick sahre: „Elfriede!“, sahr ick, „heute is Sonntach, ick wer man bißken rumhörn, wat die Leite so wählen dhun, man muß sich auf den Laufenden halten“, sahr ick – „es is eine patt … patriotische Flicht!“ sahr ick. „Ick ha nämlich n selbständjen Jemieseladn. Jut. Sie packt ma n paar Stulln in, und ick ßottel los.
[…]
Sie – Mutta hat valleicht n Theater jemacht! „Besoffn wie son oller Iiiijel –!“ Hat je jesacht. Ick sahre: „Muttacken“, sahre ick, „ick ha det deutsche Volk bei de Wahlvorbereitung studiert.“ – „Besoffn biste!“ sacht se. Ick sahre: „Det auch …“ sahre ick. „Aber nur nehmbei. Ick ha staatspolitsche Einsichten jewonn!“ sahre ick. „Wat wißte denn nu wähln, du oller Suffkopp?“ sacht se. Ich sahre: „Ick wähle eine Pachtei, die uns den schtarkn Mann jibt, sowie unsan jeliebtn Kaiser und auch den Präsidenten Hindenburch!“ sahr ick. „Sowie bei aller Aufrechterhaltung der verfassungsjemäßichten Rechte“, sahr ick. „Wir brauchen einen Diktator wie Maxe Schmeling oder unsan Eckner“, sahre ick. „Nieda mit den Milletär!“, sahre ick, „un hoch mit de Reichswehr! Und der Korridor witt ooch abjeschafft“, sahre ick. „So?“ sacht se. „Der Korridor witt abjeschafft? Wie wißte denn denn int Schlafzimmer komm, du oller Süffel?“ sacht se. Ick sahre: „Der Reichstach muß uffjelöst wern, das Volk muß rejiern, denn alle Rechte jehn vom Volke aus. Na, un wenn eener ausjejang is, denn kommt a ja sobald nich wieda!“ sahre ick. „Wir brauchen eine Zoffjett-Republik mit ein unumschränkten Offsier an die Spitze“, sahre ick. „Und in diesen Sinne werk ick wähln.“ Und denn bin ick aust Fensta jefalln.
Mutta hat ohm jestanden und hat jeschimpft …! „Komm du mir man ruff“, hat se jebrillt. „Dir wer ick! Du krist noch mal Ausjang! Eine Schande is es –! Komm man ja ruff!“ Ick bin aba nich ruff. Ick als selbstänjdja Jemieseladen weeß, wat ick mir schuldich bin. Wollen wa noch ne kleene Molle nehm? Nee? Na ja … Sie missn jewiß ooch ze Hause – die Fraun sind ja komisch mit uns Männa! Denn winsch ick Sie ooch ne vajniechte Wahl! Halten Sie die Fahne hoch! Hie alleweje! Un ick wer Sie mal wat sahrn: Uffjelöst wern wa doch … rejiert wern wa doch …
Die Wahl is der Rummelplatz des kleinen Mannes! Det sacht Ihn ein Mann, der det Lehm kennt! Jute Nacht –!
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