Drei vollständig bekleidete Personen besprechen Szenenskizzen in einem hellen Probenraum.

KI-generierte Illustration · Symbolbild, keine Aufnahme des berichteten Ereignisses.

Das Österreichische Filminstitut hat neue Empfehlungen für die Arbeit an Intimszenen veröffentlicht. Die von IC Austria erarbeiteten Standards sollen die Zusammenarbeit von Schauspiel, Regie, Produktion und weiteren Gewerken verlässlicher machen. Am 25. September kündigte das ÖFI eine öffentliche Vorstellung der im September erschienenen Orientierungshilfe an.

Das Institut hatte die Entwicklung beauftragt. In den Text flossen internationale Erfahrungen und Rückmeldungen aus der österreichischen Branche ein. Zu den einbezogenen Organisationen zählen Schauspielvertretungen, Produktionsverbände und die Ombudsstelle #we_do!. Das ÖFI stellt die Standards der österreichischen Filmbranche als Empfehlungen für gute Praxis zur Verfügung.

Zustimmung bezieht sich auf die konkrete Szene

Der Leitfaden behandelt die Vorbereitung, den Drehtag und die Postproduktion. Er beschreibt Zustimmung als szenenspezifischen Prozess: Darstellende müssen die vorgesehene Handlung und ihren Kontext kennen; ihre Zustimmung kann sich verändern und widerrufen werden. Neue oder geänderte Szeneninhalte müssen rechtzeitig kommuniziert werden.

Empfohlen wird, die Intimitätskoordination früh einzubeziehen und ihre Arbeit im Budget zu berücksichtigen. Persönliche Grenzen sollen in Einzelgesprächen geklärt und die vorgesehenen Abläufe abgestimmt werden. Auch Körperdoubles, Hilfsmittel oder digitale Bearbeitungen können Teil der Vereinbarungen sein. Die Fachkraft soll unabhängig von Rollen handeln können, die Besetzungsentscheidungen treffen.

Produktion bleibt in der Verantwortung

Eine Intimitätskoordinatorin oder ein Intimitätskoordinator verbindet choreografische Arbeit mit der Abstimmung zwischen den Beteiligten. Die Tätigkeit ersetzt weder die individuelle Zustimmung noch die Verantwortung der Produktion. Ebenso wenig stellt ihre Anwesenheit eine Garantie dar, dass Grenzverletzungen ausgeschlossen sind.

Zusätzlich zum ausführlichen Papier veröffentlicht das ÖFI eine Produktionscheckliste und eine Liste zur Erkennung intimer Szeneninhalte. Sie sollen helfen, den Bedarf bereits beim Lesen und Planen eines Stoffes zu erfassen. Für den 20. Oktober ist ein Webinar angekündigt.

Quellen

Quellen geprüft am 14. Oktober 2026

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