Fritzi: Der Bergkäse

Monolog · Gegenwart · Alltagssprache

Fritzi: Tagesordnungspunkt vier. Der Bergkäse.

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Dauer
ca. 2 Mingeschätzt, 268 Wörter
Umfang
268 Wörterungekürzt
Figur
weiblich
Spielalter
ca. 18–28redaktionelle Einschätzung
Tonlage
empörtkomisch
Sprache
Alltagssprache
PDF-Optionen

(Eine WG-Küche, Sonntagabend, Plenum. Fritzi steht auf, eine leere Käseverpackung in der Hand, und legt sie feierlich in die Mitte des Küchentischs.)

Tagesordnungspunkt vier. Der Bergkäse.

Ich weiß, ihr wolltet eigentlich über den Putzplan reden. Wir reden auch über den Putzplan. Aber vorher reden wir über diesen Bergkäse. Zwölf Monate gereift. Neun Euro vierzig. Vom Markt. Ich hab ihn am Freitag gekauft, ich hab ihn mit meinem Namen beschriftet, mit Edding, und heute früh lag nur noch das hier im Kühlschrank. Die Rinde. Ordentlich zurückgelegt. Wie eine Botschaft.

(Sie hebt die Hand.)

Ich verdächtige niemanden. Ich stelle nur fest. Lukas hat am Freitagabend noch Spätzle gemacht, bevor er gefahren ist. Mit Käse. Ich sag ja nichts. Ich stelle fest.

Okay, Lukas sagt, das war Gouda. Ich nehme das zu Protokoll. Hanna, schreibst du mit? Danke.

(Sie setzt sich und steht sofort wieder auf.)

Es geht ja nicht um den Käse. Es geht ums Prinzip. Wenn ich nicht mal meinen Käse in diesem Kühlschrank liegen lassen kann, was kann ich dann überhaupt liegen lassen? Was ist dann noch meins in dieser Wohnung?

(Pause. Sie merkt, dass der Satz größer war als geplant.)

Ich meine – ihr seid alle drei am Wochenende weggefahren. Zu euren Eltern, zu Leons Freundin, zu diesem Festival. Und ich war hier. Ich hab den Käse gekauft, weil ich dachte, ich mach mir einen schönen Abend. Mit Wein und Brot und einem Film. Wie Erwachsene das machen.

Und dann hab ich ihn nicht gegessen. Ich hab ihn angeguckt und gedacht: Das ist ein Käse für vier. Allein ist der traurig.

(Sie setzt sich wieder, leiser.)

Den hat übrigens keiner von euch gegessen. Den hab ich heute Nacht gegessen. Um drei. Im Stehen. Vor dem offenen Kühlschrank.

Die Rinde hab ich zurückgelegt, damit ich einen Grund hab, heute was zu sagen. (Pause.) Hanna, das musst du nicht mitschreiben.

(Sie schiebt die Verpackung zur Seite.) Tagesordnungspunkt fünf. Können wir nächstes Wochenende mal was zusammen machen?

Lernmodus: Nur die Anfangsbuchstaben sind sichtbar. Tippe auf einen Vers oder Satz, um ihn aufzudecken.

Ende des Textes

Spielhinweise

  • Der Monolog hat zwei deutliche Teile. Der Wechsel von der Anklage zur Einsamkeit ist ein neuer Szenenbeat.
  • Spiele die Anklage mit vollem Ernst. Komisch wird es, weil Fritzi es so ernst meint.
  • Das Geständnis um drei Uhr vor dem Kühlschrank ist der Lacher und die Wahrheit zugleich.
  • Die letzte Frage ist leise und ohne Pointe.

Vorsprech-Set

Als Kontrast dazu

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