Zehn Filme konkurrieren bei den Hofer Filmtagen um den Förderpreis Neues Deutsches Kino. Das Festival gab die Nominierungen am 13. Oktober bekannt. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird am 22. Oktober verliehen. Unter den Kandidaten sind das Kammerspiel „Autokraten“, das Familiendrama „Frieda“ und der Eröffnungsfilm „Zoey & Ben“.

Über die Auszeichnung entscheiden die Regisseure und Produzenten Sönke Wortmann und Johann Buchholz sowie die Schauspielerin Jane Chirwa. Die Auswahl umfasst erste, zweite und dritte deutsche Langspielfilme von mindestens 79 Minuten Länge, die in Hof Premiere feiern. Gestiftet wird der Preis vom Produktionsunternehmen Bavaria Film, dem Bayerischen Rundfunk und der DZ BANK.

Die zehn nominierten Filme

Die Porträts enthalten Handlung und zentrale Besetzung. Laufzeiten und Rollenangaben stammen aus dem Festivalprogramm; die verlinkten Filmseiten führen auch die Vorstellungen auf.

AutokratenMaximilian Moll · 103 Min.

Diana und Stefan empfangen in ihrem Penthouse fremde Gäste, die sie in ein Spiel um Nähe und Macht verwickeln. Zunächst gerät Pan in ihre Abhängigkeit. Mit Olga kommt jedoch eine Frau hinzu, die sich den beiden nicht ohne Weiteres unterordnet. Maximilian Moll inszeniert die Begegnungen als psychologisches Kammerspiel.

Regie: Maximilian Moll
Mit: Iris Berben (Diana), Ingo Raabe (Stefan), Dennis Mojen (Pan), Alexandra Maria Lara (Olga).

„Autokraten“ im Festivalprogramm

Fake It Till You Break ShitNatascha Zink · 83 Min.

Jeanie wohnt in ihrem Auto und hofft auf den Durchbruch als Verkäuferin eines Network-Marketing-Unternehmens. Ein Junggesellinnenabschied scheint ihr die Gelegenheit, neue Kundinnen zu gewinnen. Vor ihren früheren Schulfreundinnen spielt sie die erfolgreiche Geschäftsfrau. Dabei begegnet sie auch ihrer Jugendliebe Ronja wieder – und beginnt, sich nach mehr als guten Verkaufszahlen zu sehnen.

Regie: Natascha Zink
Mit: Henriette Nagel (Jeanie), Pia Amofa-Antwi (Ronja), Mira Huber (Priska), Anna Bardavelidze (Elif).

„Fake It Till You Break Shit“ im Festivalprogramm

FriedaFelix Hassenfratz · 101 Min.

1984 wächst die elfjährige Frieda in der süddeutschen Provinz nahe einer US-Kaserne auf. Zur Angst vor einem Atomkrieg kommt der Verdacht, dass ihre Eltern ihr etwas verschweigen. Frieda findet Hinweise auf Aneke, eine Schwester, von der sie nichts wissen sollte. Der Film erzählt das Familiengeheimnis aus der Perspektive des Kindes.

Regie: Felix Hassenfratz
Mit: Naila Schuberth (Frieda), Julia Jentsch (Justine), Rafael Stachowiak (Richard), Dana Plaul (Aneke).

„Frieda“ im Festivalprogramm

Für SibelLeonardo Cariglino · 109 Min.

Der 16-jährige Alex lebt in den 1990er-Jahren in einem konservativen Dorf und gerät mit seinem autoritären Vater aneinander. Als er sich in seine Mitschülerin Sibel verliebt, sucht er Anschluss an eine andere Umgebung. Sein Interesse am Islam und die Nähe zu Iskenders Clique verändern dabei auch sein Verhältnis zu sich selbst.

Regie: Leonardo Cariglino
Mit: Willi Geitmann (Alexander), Mara Bugarin (Sibel), Mohammad Eliraqui (Iskender), Anne Ratte-Polle (Dafne), Wanja Mues (Matthias).

„Für Sibel“ im Festivalprogramm

HolidaysSven Gielnik · 105 Min.

Fridolin sieht seinen Vater Jan nur während der Ferien. Für den Elfjährigen sind die gemeinsamen Tage voller Abenteuer; Jan ist der Vater, auf den er sich das ganze Jahr freut. Doch dessen Alkoholproblem belastet die Beziehung. Sven Gielnik erzählt von dieser Nähe zwischen Vater und Sohn und dem, was sie gefährdet.

Regie: Sven Gielnik
Mit: Milo Eisenblätter (Frido), Max Riemelt (Jan), Eva Bay (Bianca).

„Holidays“ im Festivalprogramm

InteriorPascal Schuh · 96 Min.

Kasimir lässt sich in einer Couch versteckt in fremde Wohnungen liefern und filmt dort heimlich. Die Aufnahmen sind für den Neurochirurgen Dr. Liebermann bestimmt, der sich davon einen Zugang zu menschlichen Gefühlen erhofft. Kasimir ist in den Arzt verliebt. Als er sich nicht mehr auf die Rolle des unbeteiligten Beobachters beschränkt, gerät ihre Vereinbarung ins Wanken.

Regie: Pascal Schuh
Mit: Daniil Kremkin (Kasimir), Knut Berger (Dr. Liebermann), Andreas Nickl (Mr. Zink), Johannes Kühn (Pavel).

„Interior“ im Festivalprogramm

NedaAshkan Najafi · 107 Min.

Eine iranische Dolmetscherin arbeitet beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Dort begegnet sie dem Mann, der sie früher gefoltert hat und nun selbst Asyl beantragt. Nedas berufliche Aufgabe bringt sie damit in unmittelbaren Konflikt mit ihrer eigenen Vergangenheit. Ashkan Najafis Film folgt ihr bei der Suche nach Gerechtigkeit.

Regie: Ashkan Najafi
Mit: Pegah Ferydoni (Neda), Navid Negahban (Hamid), Lara Wolf (Assu), Jasmin Shakeri (Katayoun).

„Neda“ im Festivalprogramm

ParadeisaMarleen Valien · 80 Min.

Lou will verhindern, dass ihre Familie auseinanderfällt. Deshalb hilft sie ihrem Vater, einem erfolglosen Künstler, den eigenen Tod vorzutäuschen: Seine Bilder sollen dadurch wertvoller werden. Aus dem Plan wird eine Lüge, die sich kaum noch beherrschen lässt. Im Zentrum steht ein Kind, das die Probleme der Erwachsenen lösen möchte.

Regie: Marleen Valien
Mit: Rada Rae (Lou), Robert Finster (Edgar), Carlo Krammling (Jonathan), Matthew Teuber (Jamil), Valery Tscheplanowa (Rita).

„Paradeisa“ im Festivalprogramm

Die Nacht, in der Arezou verschwandArian Vazirdaftari · 100 Min.

Während der Proteste unter dem Ruf „Frau, Leben, Freiheit“ verschwindet in Teheran die jugendliche Arezou. Ihre Schwester Rana, eine Klavierlehrerin, macht sich mit ihrem früheren Partner und Freunden auf die Suche. Im Verlauf der Nacht verschärfen sich auch die Gegensätze innerhalb der Familie. Der Originaltitel lautet „Shabe Napadid Shodane Arezou“.

Regie: Arian Vazirdaftari
Mit: Sonia Sanjari (Rana), Ebrahim Azizi (Shahab), Kati Saleki (Zahra), Shabnam Dadkhah (Arezou).

„Die Nacht, in der Arezou verschwand“ im Festivalprogramm

Zoey & BenAlexander Conrads · 93 Min.

Als Zoeys Mutter nach einer Überdosis ins Krankenhaus kommt, übernimmt ihr Vater Ben die Betreuung der Neunjährigen. Bis dahin hat der wenig erfolgreiche Schauspieler seine Tochter nur an jedem zweiten Wochenende gesehen. Der Film begleitet die beiden über zehn Jahre. Conrads drehte dafür jährlich eine neue Episode; Tochter und Vater altern vor der Kamera.

Regie: Alexander Conrads
Mit: Zoe Lara Löhmann (Zoey), Sebastian Borucki (Ben), Franziska Breite (Sarah), Martin Plass (Bens Vater).

„Zoey & Ben“ im Festivalprogramm

„Zoey & Ben“ eröffnet das Festival

Alexander Conrads’ Langzeitprojekt eröffnet am 20. Oktober die 60. Hofer Filmtage. Bereits 2025 erhielt der Regisseur für sein Langspielfilmdebüt „Zusammen ist man weniger getrennt“ den Friedrich-Baur-Goldpreis, gemeinsam mit Ina Balon für „Plan F“.

Vor dem Langfilm läuft am Eröffnungsabend „Chéri on Top“ von Liselotte Séchet. Die Studentin der Hochschule für Fernsehen und Film München erzählt in ihrem Kurzfilm von einer Gender-Reveal-Party, die außer Kontrolle gerät.

Quellen

Quellen geprüft am 14. Oktober 2026

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