Zwei Schauspielende proben mit Manuskripten an einem Tisch auf einer Theaterbühne.

KI-generierte Illustration · Symbolbild, keine Aufnahme des berichteten Ereignisses.

Die Stadt Bonn lässt prüfen, ob sie ihre Schauspielsparte aufgeben soll. Der Verwaltungsvorstand erteilte den Auftrag bei seiner Haushaltsklausur am 2. Oktober. Damit stellt er den bislang vorgesehenen Erhalt aller Sparten der Bonner Bühnen infrage. Eine Schließung ist noch nicht beschlossen.

Nach der Mitteilung der Stadt vom 3. Oktober soll das Musiktheater mit Oper, Tanz und Musical bestehen bleiben. Die Verwaltung begründet das mit der Beteiligung des Beethoven Orchesters und der Bedeutung Beethovens für Bonn. Zuvor war im Stadtrat auch eine Einstellung des Opernbetriebs aus Kostengründen diskutiert worden.

Helmich stellt sich gegen eine Schließung

Generalintendant Bernhard Helmich lehnt eine Aufgabe des Schauspiels ab. Wie Theater der Zeit unter Berufung auf den General-Anzeiger und den WDR berichtet, erklärte er vor der Premiere von Mozarts „Zauberflöte“, mit ihm werde es keine Schließung geben. Helmichs Vertrag wurde dem Bericht zufolge kürzlich bis 2030 verlängert.

Kritik kommt auch von Lorenz Deutsch, dem Vorsitzenden des NRW-Kulturrats. Laut dem Bericht warf er der Kulturpolitik ein Vorgehen ohne erkennbares Konzept vor. Kultur werde zum Gegenstand kurzfristiger Haushaltsentscheidungen.

Weitere Einsparungen bis zum Haushalt 2027

Die Theaterfrage gehört zu einem größeren Sparpaket. Die Verwaltung will bis 2031 insgesamt 400 Personalstellen einsparen. Weitere Vorschläge sollen bis zur geplanten Einbringung des Haushalts im ersten Quartal 2027 folgen. Nach Angaben der Stadt reichen die bisherigen Beschlüsse für einen genehmigungsfähigen Haushalt noch nicht aus.

Auch die Gebäudeplanung der Bühnen steht erneut zur Prüfung. Anstelle einer Zentralisierung in Beuel sollen notwendige Instandsetzungen am bisherigen Standort vertieft untersucht werden. Die Stadt rechnet dabei mit mehreren Bauabschnitten und längeren Schließzeiten. Zusätzlich sollen andere Organisationsformen für Theater und Orchester die laufenden Kosten senken.