Die Berliner Schaubühne sieht ihre Gesprächsreihe „Streitraum“ vor dem Aus. Die Bundeszentrale für politische Bildung habe die seit 2006 bestehende Unterstützung nicht verlängert, teilte das Theater am 2. September mit. Ohne eine andere Finanzierung könne das geplante Programm der Spielzeit 2026/27 nicht stattfinden.

Die Reihe existiert seit 2000. Seit 2004 wird sie von der Publizistin Carolin Emcke kuratiert und moderiert. Auf der Bühne diskutiert sie mit Gästen über gesellschaftliche und politische Konflikte. Seit 2020 werden die Gespräche zudem live übertragen und erreichen damit ein Publikum über den Theaterraum hinaus.

Emcke arbeitet als Journalistin und Essayistin. Sie wurde 2016 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Ihre Arbeit beschäftigt sich mit Gewalt, Ausgrenzung und den Voraussetzungen eines gesellschaftlichen Gesprächs. Diese Themen verbinden ihre publizistische Tätigkeit mit dem Format an der Schaubühne.

Eine weitere Folge ist angekündigt

Für den 25. Oktober kündigt das Theater noch einen improvisierten Termin über Hoffnung in hoffnungslosen Zeiten an. Eine regulär finanzierte Fortsetzung der gesamten Spielzeit ist damit nach der Mitteilung nicht gesichert. Die Schaubühne sucht nach Möglichkeiten, die Reihe dennoch weiterzuführen.

Der künstlerische Leiter Thomas Ostermeier kritisiert den Wegfall der Unterstützung. Das Theater verweist auf den öffentlichen Zugang zu den Gesprächen und ihre zusätzliche Reichweite im Internet. Für 2025 nennt es rund 23.000 weitere Zuschauerinnen und Zuschauer über die Übertragungen.

Eine Begründung der Bundeszentrale wird in der Mitteilung nicht wiedergegeben. Ob eine neue Finanzierung zustande kommt, ist offen.

Quellen

Quellen geprüft am 14. Oktober 2026

← Zur NewsübersichtNews per RSS abonnieren