
Nach dem vorzeitigen Antragsstopp bei den Bundesförderprogrammen DFFF und GMPF drängen zahlreiche Filmverbände auf verlässliche Mittel für 2027. In einer am 27. August veröffentlichten gemeinsamen Erklärung wenden sie sich gegen eine Kürzung gegenüber dem laufenden Jahr. Zu den Beteiligten gehören der Bundesverband Schauspiel, die AG DOK, die Produktionsallianz und die ver.di FilmUnion.
Die Filmförderungsanstalt hatte am 20. August mitgeteilt, dass das verfügbare Antragsvolumen für Produktionen mit Drehbeginn 2026 ausgeschöpft sei. Ein zuletzt verbliebener Betrag von rund 30 Millionen Euro war innerhalb etwa einer Woche erreicht worden. In dieser Zeit gingen 13 Anträge ein: zehn beim Deutschen Filmförderfonds I und drei beim German Motion Picture Fund. Zusätzliche Vorhaben mit Drehstart 2026 können deshalb nicht mehr eingereicht werden.
Unterschiedliche Maßstäbe für den Haushalt
Die Verbände vergleichen den Haushaltsentwurf für 2027 mit den 250 Millionen Euro, die 2026 für DFFF und GMPF vorgesehen sind. Nach ihrer Darstellung würde der Ansatz auf rund 200 Millionen Euro sinken. Sie verlangen, das bisherige Niveau zu erhalten, und warnen vor Folgen für Projekte, Unternehmen und Beschäftigung.
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hatte die ausgeschöpften Mittel am 21. August dagegen als Zeichen hoher Nachfrage und einer wirksamen Förderung bewertet. Sein Haus verweist darauf, dass der Etat 2026 gegenüber 2025 annähernd verdoppelt worden sei. Auch bei der Bewertung des Entwurfs für 2027 zieht die Bundesregierung 2025 als Vergleichsjahr heran. Regierung und Branche beziehen sich damit auf unterschiedliche Ausgangswerte.
Der Streit betrifft einen Baustein der Filmfinanzierung, dessen Verfügbarkeit vor einem Dreh geklärt sein muss. Die Interessenvertretung übernehmen hier mehrere Gewerkschaften und Verbände gemeinsam. Sie fordern außerdem verlässliche Mittel für die Kinoförderung, statt diese von möglichen Restbeträgen anderer Programme abhängig zu machen.
Für Produktionen mit Drehbeginn 2027 bereitet die FFA eine neue Antragsrunde vor. Als voraussichtlichen Start nennt sie November.
Quellen
- DFFF und GMPF schließen Antragsannahme für 2026FFA · 20. August 2026
- Gemeinsame Erklärung von Verbänden der FilmbrancheBFFS · 27. August 2026
- Bundesfilmförderung: Fördermittel bereits ausgeschöpftBundesregierung / BKM · 21. August 2026
Quellen geprüft am 14. Oktober 2026

