Drei erwachsene Kinogäste unterhalten sich in blauen Sesseln vor einer hellen Leinwand.

KI-generierte Illustration · Symbolbild, keine Aufnahme des berichteten Ereignisses.

Ein Film muss heute zunächst auffallen und anschließend einen überzeugenden Anlass für den Kinobesuch liefern. Zu diesem Ergebnis kommt eine qualitative Untersuchung der Filmförderungsanstalt, die am 16. September auf der Filmkunstmesse in Leipzig vorgestellt wurde. Neben dem Werk selbst spielen das gemeinsame Ausgehen, die Atmosphäre und der Austausch eine Rolle.

Norina Lin-Hi, Leiterin Strategie und Analyse bei der FFA, und Marktforscherin Susanne Aleixo stellten die Ergebnisse vor. Die Untersuchung bezieht 77 Personen aus Deutschland und Frankreich ein: Kinobesucher, Menschen mit längerer Kinopause sowie Fachleute. Befragt wurde in Einzelgesprächen und Fokusgruppen.

Bekannte Namen helfen – und können das Bild verengen

Die Gespräche zeigen ein Spannungsverhältnis. Vertraute Stars, Regiehandschriften oder Filmwelten können die Entscheidung erleichtern. Zugleich verbinden einige Befragte den deutschen Film mit wiederkehrenden Gesichtern, großer Fernsehnähe und wenig visueller Überraschung. Regionale Geschichten, Sprache und historische Bezüge können dagegen Nähe schaffen.

Das ist eine Beschreibung von Wahrnehmungen, keine Qualitätsbewertung sämtlicher deutscher Produktionen. Aus den 77 Befragten lässt sich auch kein repräsentativer Bevölkerungsanteil für eine einzelne Meinung ableiten. Die Präsentation verbindet diese qualitativen Befunde mit gesonderten Kino- und Besucherdaten.

Die Filmauswahl prägt das Profil der Programmkinos

Nach den zusätzlich ausgewerteten YouGov-Shopper-Daten für das erste Halbjahr 2026 nennen 45 Prozent des Programmkino-Publikums das Programm als Grund für die Wahl ihres Kinos. Bei anderen Kinos sind es 22 Prozent. Diese Werte stammen nicht aus den 77 qualitativen Gesprächen.

Die FFA-Kinostatistik weist für reine Programmkinos 2025 rund 13,7 Millionen verkaufte Karten aus, fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Der Blick auf unterschiedliche Datenquellen erklärt, warum ein teilweise skeptisches Image deutscher Filme und ihre tatsächliche Bedeutung für bestimmte Spielstätten nebeneinander bestehen können.

Die Untersuchung beschreibt Kuration und den sozialen Ort als Stärken des Programmkinos. Der Film bleibt der Anlass; Einordnung, Begegnung und ein verlässlicher Besuchsablauf prägen jedoch mit, ob aus Interesse tatsächlich ein Kinobesuch wird.

Quellen

Quellen geprüft am 14. Oktober 2026

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