Eine Frau im Rollstuhl und eine Frau mit Kopfhörern sitzen mit weiteren Gästen im Kinosaal.

KI-generierte Illustration · Symbolbild, keine Aufnahme des berichteten Ereignisses.

DOK Leipzig kann zur Festivalausgabe 2026 drei Filme mit Audiodeskription anbieten. Für 26 Filme sind einfache deutsche Untertitel vorgesehen. In seiner Mitteilung vom 21. September verweist das Festival auf den Wegfall der sächsischen Projektförderung für barrierefreie Fassungen im Doppelhaushalt 2025/26.

Die drei Audiodeskriptionen werden nach Festivalangaben durch Greta und Starks sowie die Kinoblindgänger gemeinnützige GmbH ermöglicht. Seit 2025 sei DOK Leipzig auf Fassungen der Filmschaffenden oder Unterstützung von Sponsoren angewiesen. Zusätzliche Audiodeskriptionen und erweiterte Untertitel seien aus dem eigenen Etat nicht zu finanzieren.

Diese drei Filme haben eine Audiodeskription

  • Garten der Hoffnung
    Regie: Dieter Schumann · 119 Min.
    Menschen aus fünf Nationen arbeiten in Schwerin in einem Gartenprojekt zusammen.
  • Tutaro
    Regie: Anne Isensee · 8 Min.
    Ein Eidotter erkundet in diesem Animationsfilm eine wechselnde Welt aus Farben und Formen.
  • Übergang
    Regie: Peter Badel, Chris Wright · 120 Min.
    Das Team führt ein Projekt weiter, das der 2024 verstorbene Dokumentarfilmer Thomas Heise begonnen hatte.

Die Übersicht mit allen Vorstellungen und Spielstätten enthält die Termine. Die Audiodeskriptionen werden über die kostenlose App Greta bereitgestellt und sollten vor dem Kinobesuch heruntergeladen werden. Das Festival verweist in der App auf den Bereich „Vorschau – Events“.

Unterschiedliche Zugänge zu Bild und Ton

Die unterschiedlichen Angebote erfüllen verschiedene Zwecke. Eine Audiodeskription macht wesentliche visuelle Informationen hörbar. Einfache deutsche Untertitel geben dagegen vor allem sprachliche Inhalte wieder. Sie sind nicht mit erweiterten Untertiteln für taube und schwerhörige Menschen gleichzusetzen, die auch relevante Geräusche und weitere Toninformationen erschließen.

Das Festival nennt als Vergleich frühere Ausgaben mit etwa 35 barrierefrei zugänglichen Filmen und zusätzlich drei bis fünf Filmgesprächen mit Gebärdensprachübersetzung. Die aktuelle Zahl von 26 untertitelten Filmen darf deshalb nicht als gleichwertiger Ersatz für das frühere Angebot gelesen werden.

Relaxed Screening und Begleitdienst bleiben im Programm

Ein Lang- und ein Kurzfilm werden gemeinsam als Relaxed Screening gezeigt. Dabei bleibt der Saal leicht beleuchtet; Bewegung und hörbare Reaktionen sind möglich. Auf der aktuellen Zugangsseite nennt das Festival „Nicole Nicole“ von Lauren Dällenbach und „The Autoharp Crushing on Hot Guys“ von Antonie Zavadilová und Lucie Krejčí für den 30. Oktober.

In Zusammenarbeit mit der Diakonie Leipzig gibt es außerdem einen kostenlosen Begleitdienst. Er kann blinde, sehbeeinträchtigte oder rollstuhlfahrende Gäste auf dem Weg zur Vorstellung unterstützen. Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich.

Die Zugänglichkeit unterscheidet sich auch zwischen den Spielstätten. DOK Leipzig führt deshalb Angaben zu stufenlosen Wegen, Rollstuhlplätzen und technischen Hilfen einzeln auf. Ein entsprechend ausgestatteter Kinosaal ersetzt dabei keine zugängliche Filmfassung – und umgekehrt.

Der Serviceseite zur Barrierefreiheit zufolge muss ein gewünschter Begleitdienst mindestens zwei Werktage vorher angemeldet werden. Dort stehen auch die Zugangsangaben zu den einzelnen Orten. Die drei Filmtitel und diese Planungshinweise ergänzen die ursprüngliche Ankündigung nach dem Programmstand vom 14. Oktober.