Zwei Personen prüfen ein VR-Headset vor einem Monitor mit räumlicher Gitterdarstellung; daneben stehen Archivboxen.

KI-generierte Illustration · Symbolbild, keine Aufnahme des berichteten Ereignisses.

DOK Leipzig stellt bei DOK Exchange XR vom 28. bis zum 30. Oktober die Zukunft digitaler Archive und immersiver Erzählungen in den Mittelpunkt. Kuratorin Weronika Lewandowska verbindet ein Treffen im Kunstkraftwerk mit einer zweitägigen Konferenz in St. Trinitatis. Parallel zeigt DOK Neuland acht XR-Arbeiten an drei Orten.

Archive, Finanzierung und dokumentarische Räume

Das angekündigte Konferenzprogramm führt künstlerische und organisatorische Fragen zusammen. Die VR-Künstlerin Lara Kobeissi spricht über Archive als körperlich erfahrbare Räume. Sacha Wares, Theater- und XR-Regisseurin von „Inside: The Childhood of an Artist“, stellt die Gestaltung von Nähe und Distanz in immersiven Arbeiten vor.

Joanna Kaliszewska vom polnischen Filmarchiv FINA behandelt in einer Masterclass die Erschließung und Digitalisierung von Sammlungen. Deborah Reinmüller, zuständig für Immersive Media bei der MOIN Filmförderung, und Jyoti-Film-Gründerin Anke Petersen widmen sich Kostenstrukturen, Zahlungsflüssen und der Zusammenarbeit mit Geldgebern und Koproduzenten.

Die Konferenz am 29. und 30. Oktober findet auf Englisch statt. Zugänglich ist sie mit Festival- oder Branchenakkreditierung oder einem gesonderten Konferenzpass. Für die Begegnungen im Kunstkraftwerk am 28. Oktober gelten andere Bedingungen: Der Thinktank ist eingeladenen Teilnehmern vorbehalten; für Panel und Showcase müssen sich Akkreditierte wegen begrenzter Plätze anmelden.

Acht Arbeiten bei DOK Neuland

Die Ausstellung läuft vom 27. Oktober bis zum 1. November. Die ersten sechs der folgenden Arbeiten werden im Kohlrabizirkus gezeigt; die beiden weiteren nutzen den Hauptbahnhof und die Heilandskirche im Westkreuz.

  • Becoming River
    Von: Adrian Schwartz, Daniel Fetzner, Ephraim Wegner
    Eine mehrjährige Untersuchung der Murg verbindet Projektionen, Klang und Live-Daten.
  • Permanence of Decay
    Von: Pranav Chaparala
    Eine Installation beschäftigt sich mit dem Zerfall digitaler Bilder.
  • Living in Water
    Von: Ana P. Santos
    Der 360-Grad-Film beobachtet das Leben auf der regelmäßig überfluteten philippinischen Insel Tibaguin.
  • The Room of a Thousand Voices
    Von: Pavel Mendez Hernandez
    Eine Mixed-Reality-Arbeit erschließt Familienerinnerungen in einem kubanischen Haus.
  • The World Came Flooding In
    Von: Isobel Knowles, Van Sowerwine
    Miniaturen verlorener Dinge erzählen von den australischen Überschwemmungen 2022.
  • We Shall Return
    Von: Faiz Abu Rmeleh, Keren Manor
    Der 360-Grad-Film folgt palästinensischen Menschen, die von Vertreibung im Westjordanland betroffen sind.
  • Nothing to see here
    Von: Aron Fels, Celine Daemen
    Eine VR-Begegnung im Hauptbahnhof unterbricht den gewöhnlichen Blick auf vorbeigehende Menschen.
  • What if Hildegard von Bingen Was a Wellness Influencer
    Von: Hauptmeier | Recker
    Eine Performance verbindet Kirchenorgeln, Robotik und KI mit der Beteiligung des Publikums.

„Nothing to see here“ ist im Erdgeschoss des Hauptbahnhofs kostenlos zugänglich. Für die ebenfalls kostenlose Kirchenperformance werden Zeitfenstertickets angeboten. Die DOK-Neuland-Übersicht führt Orte, Zugänge und Einzelwerke auf. Die Programmangaben ergänzen die ursprüngliche Septemberankündigung nach dem Stand vom 14. Oktober.