Das Festival augenblick mal! hat seine Auswahl für 2027 bekannt gegeben. Aus 222 vorgeschlagenen Inszenierungen wurden zehn Produktionen ausgewählt: fünf für Kinder und fünf für Jugendliche. Das Treffen des Theaters für junges Publikum findet vom 13. bis zum 18. April in Berlin statt.
Die Auswahl verantworten Canan Erek, Nicole Etschberger, Sarah-Merveille Uwimana und Marguerite Windblut. Sie bezogen weitere Perspektiven ein: Neun Kinder im Alter von neun bis zwölf Jahren sichteten Videoaufzeichnungen aus der Vorauswahl für das Kinderprogramm. Zwei Fachleute berieten die Auswahlprozesse mit Blick auf Barrierefreiheit.
Die Beteiligung der Kinder ist damit als Rückmeldung zu den gesichteten Arbeiten beschrieben; die endgültige kuratorische Entscheidung blieb beim Auswahlgremium. Bei der Zusammenstellung spielten nach Angaben des Festivals unter anderem unterschiedliche Perspektiven, künstlerische Impulse und das Verhältnis von freien Gruppen zu festen Häusern eine Rolle.
Die fünf Kinderproduktionen
- Baobab
ab 2 Jahren
Theater o.N., Berlin
Regie: Cíntia Rangel - Freundschaftsforschung
ab 6 Jahren
Esther Pilkington / random people, Hamburg, in Kooperation mit dem FUNDUS THEATER
Regie: Esther Pilkington - Monsterrrr!
ab 7 Jahren
TOBOSO, Essen, in Kooperation mit Maschinenhaus Essen / Theater der kommenden Generationen
Regie: Fabian Sattler - Buddeln
ab 8 Jahren
Junges Theater Bremen
Regie: Nathalie Forstmann, Emily Masch, Saskia Scheffel - Das Experiment
ab 10 Jahren
Junges Tanzhaus Berlin / THE FARM
Regie: Grayson Millwood, Kate Harman, Gavin Webber
Die fünf Jugendproduktionen
- Ein Glücksding
ab 12 Jahren
Theater der Jungen Welt, Leipzig
Regie: Martina van Boxen - Spiel:Mann
ab 12 Jahren
boat people projekt, Göttingen
Regie: Reimar de la Chevallerie - HIGH
ab 13 Jahren
Theaterhaus-Ensemble, Frankfurt
Regie: Rob Vriens - ENDLAND
ab 14 Jahren
Schauburg, München
Regie: Katharina Mayrhofer - The Drop
ab 14 Jahren
D’haus Junges Schauspiel, Düsseldorf, in Kooperation mit der Deutschen Oper am Rhein
Regie: Liesbeth Coltof
Fußball und Rollenbilder in „Spiel:Mann“
Zu den ausgewählten Jugendproduktionen gehört „Spiel:Mann“ des Göttinger boat people projekts. Christopher Weiß und Reimar de la Chevallerie entwickelten die Arbeit, in der Paul Lonnemann spielt. Im Zentrum steht Jussi, ein junger Fußballer, der sich mit Erwartungen an Leistung und Männlichkeit auseinandersetzt.
Die Produktion ist für unterschiedliche Spielorte angelegt, darunter Klassenräume, Sportstätten und Umkleiden. Sie verbindet Schauspiel und Video; zum Konzept gehört außerdem ein Gespräch mit dem Publikum. Das Projekt arbeitet im Umfeld des Fußballs unter anderem mit Borussia Dortmund und Holstein Kiel zusammen. Die Einladung nach Berlin macht damit auch eine mobile Form der Theaterarbeit sichtbar.
„Ein Glücksding“ basiert auf einem Text von Lena Gorelik, „ENDLAND“ auf Martin Schäubles Roman. „The Drop“ stammt von Lutz Hübner und Sarah Nemitz. „HIGH“ entstand als gemeinsame Stückentwicklung des Ensembles mit Leo Kees. Die Altersangaben und beteiligten Häuser nennt die offizielle Festivalauswahl.
Quellen
- Das Programm von augenblick mal! 2027 steht festaugenblick mal! · 10. September 2026
- Spiel:Mannboat people projekt
Quellen geprüft am 14. Oktober 2026

